... mehr als nur Pillen!

News

  • 23.01.2019 um 05:43 Uhr

    Impfen ohne Nadelstich

    Vielleicht ist die Zeit der Impfungen in den Oberarm bald vorbei: Amerikanische und australische Forscher arbeiten derzeit an einer schmerzfreien Impfung per Pflaster. In ersten Studien erwiesen sich die Pflaster als wirksam und sicher.

    Grippeimpfung per Pflaster erfolgreich

    Wissenschaftler der Emory Universität in Atlanta testeten bereits 2015 an 100 gesunden Erwachsenen die Wirksamkeit und das Auftreten von Nebenwirkungen beim aktuellen Grippeimpfstoff. Sie verglichen dabei die Impfung per Spritze mit der Anwendung eines speziellen Impfpflasters. Die Kontrollgruppe erhielt ein Impfpflaster mit einem Scheinmedikament (Placebo).

    Das Impfpflaster gegen Grippe ist mit 100 Mikronadeln mit einer Länge von 0,65 Millimetern bestückt und wirkt für 20 Minuten am Handgelenk ein. Über die kleinen Nadeln gelangt der Impfstoff durch die obersten Hautschichten in den Körper.

    Das Pflaster erwies sich in der Studie als wirksam: Die Antikörpermenge gegen die im Impfstoff enthaltenen Virusstämme waren 4 Wochen nach der Impfung bei den Probanden mit Pflastern ähnlich hoch wie bei den spritzengeimpften Testpersonen.

    Sechs Monate nach Pflaster-Impfung gab es keine schweren Nebenwirkungen. Einige Probanden berichteten von örtlichen Schmerzen und Druckempfindlichkeit im Bereich der Injektionsstelle beziehungsweise Hautrötung, Juckreiz und Druckempfinden nach Pflasteranwendung. 7 von 10 Teilnehmern mit Pflaster gaben der Impfung per Pflaster den Vorzug. Eine schmerzlose Impfung per Pflaster könnte laut Forschern die Impfraten verbessern, da sich viele Menschen aus Angst vor dem Nadelstich nicht impfen lassen.

    Preiswert und ganz ohne Kühlung

    Zu ähnlichen Ergebnissen gelangten Forscher der Universität Sydney: Sie entwickelten ein Pflaster mit 5000 Mikronadeln zur Impfung gegen Kinderlähmung (Poliomyelitis). Ein wegwerfbarer Applikator bringt das etwa briefmarkengroße Pflaster auf die Haut auf. Eine von der Weltgesundheitsorganisation unterstützte Studie in Benin, Nepal und Vietnam belegte die Verträglichkeit der Polio-Pflasterimpfung.

    Die Wissenschaftlerin Cristyn Davies erläutert: „Impfstoffe mit dieser Technologie wären im Vergleich zu injizierbaren Impfstoffen sehr viel kostengünstiger und müssten zudem nicht kühl gelagert werden. Dies wäre ein entscheidender Vorteil in Entwicklungsländern, wo die Kühlkette für Impfstoffe nicht immer gewährleistet ist.“

    Quelle: Ärztezeitung

    Von: Simone Lang
  • 22.01.2019 um 05:44 Uhr

    Tee trinken: wohltuend und gesund

    Wenn draußen die Eiszapfen wachsen, ziehen wir uns gern mit einer Tasse dampfenden Tee ins Warme zurück. Kräutertee kann auch ein wirksames Heilmittel sein. Qualitativ hochwertige und schadstofffreie Produkte garantieren Arzneitees aus der Apotheke.

    Gegen vieles ist ein Kraut gewachsen

    Göran Donner, Vizepräsident und Pressesprecher der Sächsischen Landesapothekerkammer, erläutert die Wirksamkeit von Tees aus Heilpflanzen: „Tees können eine gesundheitsfördernde Wirkung haben. Dass Kräutertees gegen leichte Alltagsbeschwerden sehr gut helfen können, ist seit Jahrhunderten bekannt: Fenchel tut der Verdauung gut, Kamille hemmt Entzündungen, Salbei hilft bei Halsschmerzen, Baldrian wirkt gegen Schlafprobleme. Ihre wohltuende Wirkung verdanken diese und viele andere Heilkräuter Inhaltsstoffen wie ätherischen Ölen, Flavonoiden oder Gerbstoffen.“

    Verbraucher erhalten Tees aus Heilkräutern in Supermärkten und Bioläden, allerdings unterscheiden sich die Produkte in Zusammensetzung und Herkunft ihrer Inhaltsstoffe sowie im Preis. Göran betont: „Über die therapeutische Wirksamkeit entscheidet die Konzentration der Wirkstoffe. Wer hier auf Nummer Sicher gehen will, sollte stets zu […] Arzneitees greifen, wie es sie […] in der Apotheke gibt. Denn um sich Arzneitee nennen zu dürfen, müssen die verwendeten Mischungen vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen sein.“ Auf jeder Packung befindet sich eine Zulassungsnummer, die garantiert, dass der Tee die Vorgaben des Europäischen Arzneibuchs bezüglich Reinheit und Zusammensetzung erfüllt. Es dürfen auch nur Pflanzenteile mit therapeutisch wirksamen Inhaltsstoffen verarbeitet werden – im Gegensatz zu Tees aus dem Discounter.

    Arzneitee in persönlicher Mischung

    Da die Wirkstoffe in manchen Arzneitees in hoher Dosierung vorliegen, beraten die Apotheken vor Ort die Verbraucher hinsichtlich Anwendungsweise und -gebieten. Im Einzelfall stellt der Apotheker auch eine individuelle Teemischung zusammen.

    Für die richtige Zubereitung gibt Donner hilfreiche Tipps: „Arzneitees sollte man stets frisch und mit kochendem Wasser aufgießen, so lange wie angegeben zugedeckt ziehen lassen und dann rasch trinken. Wird der Tee über längere Zeit stehen gelassen oder in der Thermoskanne aufbewahrt, können sich die wertvollen Inhaltstoffe […] zersetzen. Dann hat selbst der beste Tee keine Chance mehr, seine volle Wirkung zu entfalten.

    Quelle: Sächsische Landesapothekerkammer

    Von: Simone Lang
  • 21.01.2019 um 05:34 Uhr

    Schlafstörungen bei Alzheimer

    Wer schlecht schläft, leidet nicht unbedingt an Alzheimer. Dennoch können Schlafstörungen ein erstes Symptom für die Erkrankung sein – eine Erkenntnis, die sich Forscher nun zu Nutze gemacht haben, um einen einfachen Alzheimer-Screening-Test zu entwickeln.

    Bisherige Tests teuer und invasiv

    Alzheimer wird nach heutigem Wissensstand durch Ablagerungen von Beta-Amyloiden im Gehirn ausgelöst, also Abbauprodukten des Eiweißstoffwechsels. Diese Beta-Amyloide lagern sich schon 15 bis 20 Jahre vor den ersten typischen Demenz-Symptomen wie Vergesslichkeit, Wortfindungs- und Rechenproblemen im Gehirn ab. Eine Frühdiagnose der Demenz ist aktuell aber nur mittels Positronen-Emissions-Tomografie (PET) oder Liquoruntersuchung möglich. Beide Tests sind jedoch für ein Standard-Screening zu invasiv und teuer. Ein einfacher Screeningtest steht noch aus.

    Schlechter Schlaf als Frühzeichen für Alzheimer

    Den Schlafforschern Brendan Lucey und seinen Mitarbeitern gelang es nun, einen Zusammenhang zwischen schlechtem Schlaf und einer sich anbahnenden Alzheimer-Erkrankung nachzuweisen und damit Alzheimer eventuell einfacher als bisher bereits im Frühstadium nachzuweisen. Das Prinzip dahinter: Schlechter, nicht erholsamer Schlaf zeichnete sich durch eine verminderte Aktivität langsamer Deltawellen („slow waves“) in der Tiefschlafphase aus. Diese Veränderungen im EEG sind bei späteren Alzheimerpatienten vermutlich mit den Proteinablagerungen assoziiert, aber eben durch das EEG schon im Anfangsstadium der Erkrankung nachweisbar. Bei den 199 Probanden der Studie wurde zunächst ein EEG erstellt und bei auffälligen Befunden im Anschluss daran Liquor untersucht oder ein Screening mittels PET durchgeführt. Das Erstaunliche: Bei den Probanden mit den größten Veränderungen in den „slow waves“ zeigten sich die meisten Proteinablagerungen im PET und die stärksten Veränderungen im Liquor. Daraus schließen die Forscher, dass eine EEG-Untersuchung eine Alzheimerdiagnose im frühen Stadium ermöglicht. Da für die Ableitung der langsamen Deltawellen nur ein Elektron nötig ist, könnten die Aufzeichnungen sogar mit einem portablen Gerät erfolgen.

    EEG als einfache Screening-Methode denkbar

    Sind die Ergebnisse mit einer größeren Gruppe an Patienten reproduzierbar, könnte dies zur Zulassung der EEG-Analyse als Früherkennungsscreening für Alzheimer führen. Damit wäre es möglich, gefährdete Personen einfach und risikoarm zu untersuchen, um eine möglichst frühe Diagnose zu stellen.

    Quelle: Deutsches Ärzteblatt

    Von: Rita Wenczel
  • 19.01.2019 um 05:44 Uhr

    Krämpfe: Hochspannung in den Muskeln

    Nach der Gymnastikstunde, während des Schwimmens oder nachts im Bett – fast jeder wurde schon von Muskel- oder Wadenkrämpfen überrascht. Sie treffen sportliche und unsportliche Menschen genauso wie Heranwachsende und Ältere. Was Sie tun können, damit es gar nicht erst zu Krämpfen kommt und welche Mittel Sie für die Selbstmedikation in Ihrer Apotheke erhalten.

    Schmerzhaft, aber meist harmlos: Muskel- und Wadenkrämpfe

    Meist treten die Krämpfe unvermittelt und ohne ersichtlichen Grund auf und verschwinden genauso schnell, wie sie gekommen sind. Am häufigsten sind die Muskeln der Waden und der Fußsohlen von den Zuckungen betroffen und spätestens nach ein paar Minuten ist der Spuk wieder vorbei. Ab dem 6. Lebensjahrzehnt wird etwa die Hälfte der Menschen regelmäßig von nächtlichen Muskelkrämpfen geweckt. Im Alter häufen sich Krampfanfälle, da die Muskeln sich verkürzen und nicht ausreichend getrunken wird. Dies sorgt für Verschiebungen im Salzhaushalt des Körpers und insbesondere ein Ungleichgewicht bei den Magnesiumionen scheint das Entstehen von Krämpfen zu begünstigen.

    Tipp: Nach sportlicher Anstrengung und harter körperlicher Arbeit, die mit Schwitzen verbunden ist, sowie in der Schwangerschaft treten ebenfalls vermehrt Krämpfe auf. In vielen Fällen helfen Ihnen Dehnübungen, isotonische Getränke und Nahrungsmittel oder Präparate mit Mineralsalzen gegen die lästigen Muskelzuckungen.

    Damit Krämpfe gar nicht erst entstehen

    Das A und O im Kampf gegen Muskelkrämpfe ist eine ausgewogene Ernährung, bei der Sie ein besonderes Augenmerk auf die enthaltenen Elektrolyte legen. Magnesiumionen beeinflussen die Menge an Kalziumionen und beide sind für die Muskelaktivität von entscheidender Bedeutung. Bauen Sie aus diesem Grund vermehrt magnesiumhaltige Lebensmittel wie Bananen, Erdnüsse, Broccoli und Vollkornbrot in Ihren Speiseplan ein. Sportarten wie Wandern, Gymnastik und Walking eignen sich besonders gut für krampfanfällige Menschen, da sie alle Muskelgruppen gleichmäßig beanspruchen. Denken Sie vor jeder sportlichen Einheit an das Aufwärmen und Dehnen der Muskeln.

    Langfristig hilft ein leichtes Kraft-, Ausdauer- und Koordinationstraining. Üben Sie zum Beispiel, auf instabilen Geräten wie Kreiseln und Wackelbrettern Balance zu halten. Warme Wickel, eine Wärmflasche und heiße Bäder entspannen die Muskulatur zusätzlich.

    Tipps, wie Sie auf einfache Art Muskelkrämpfen vorbeugen:

    • Trinken Sie mindestens 2,5 bis 3 Liter Wasser, Tee oder Saftschorle pro Tag.

    • Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse.

    • Bewegen Sie sich täglich, aber übertreiben Sie es nicht. Sie überlasten sonst Ihre Muskeln.

    • Verteilen Sie Dehnübungen gleichmäßig über den Tag: Beugen Sie sich zum Beispiel im Stehen vor und versuchen Sie, die Fingerspitzen bis zum Boden zu bringen.

    • Schwimmen fördert einen langfristigen Muskelaufbau. Kühlen Sie sich vorher unter der Dusche ab. So vermeiden Sie Krämpfe.

    • Nach dem Sport lockert eine sanfte Massage die Muskulatur von Füßen und Waden besonders gut.

    • Ein warmes Fußbad am Abend entspannt Füße und Waden.


    Hilfe aus Ihrer Apotheke: Magnesiumpräparate

    Sowohl bei Schwangeren als auch bei älteren Menschen, die verstärkt unter Waden- und Beinkrämpfen leiden, schaffen Magnesium-Präparate erfolgreich Abhilfe. Magnesium sollte ausreichend hoch dosiert werden, wobei die Deutsche Gesellschaft für Ernährung die Aufnahme von 300 mg bis 400 mg Magnesium pro Tag empfiehlt. Bei einer zu hohen Dosis kann es zu weichem Stuhl oder Durchfall kommen. Dann unterbrechen Sie die Behandlung und führen sie nach Normalisierung mit einer geringeren Dosis fort.

    Magnesium-Präparate stehen Ihnen in Form von Brausetabletten (zum Beispiel Biolectra® Magnesium 243 mg forte Brausetabletten), Dragees (zum Beispiel Magnesium Verla®) und Kapseln (zum Beispiel Magno® Sanol Kapseln, Pure Encapsulations® Magnesiumcitrat Kapseln) zur Verfügung. Für unterwegs sind Pellets praktisch, die sich auf der Zunge auflösen und ohne Wasser eingenommen werden können (zum Beispiel Biolectra® Magnesium 300 mg direct, Magnesium-Diasporal® 300 direkt, Magnetrans® direkt Granulat). Aber haben Sie Geduld: Eine positive Wirkung zeigt sich frühestens nach einigen Monaten.

    Hinweis: Falls Sie unter Herzrhythmusstörungen oder einer Nierenerkrankung leiden, lassen Sie sich von Ihrem behandelnden Arzt zu Magnesium-Präparaten beraten. Die Wirkung von verschiedenen Medikamenten, unter anderem Schilddrüsenpräparate und Antibiotika, kann durch Magnesium beeinflusst werden. Achten Sie auf einen großen zeitlichen Abstand bei der Einnahme und folgen Sie unbedingt den Empfehlungen Ihres Apothekers.

    So bringen Sie verkrampfte Muskeln wieder ins Gleichgewicht

    Trotz aller Vorsicht überrascht Sie vielleicht doch ein Krampf, während Sie gemütlich auf dem Sofa sitzen: Die Muskulatur verhärtet sich, ein stechender Schmerz fährt durch Ihr Bein. Um den Krampf zu beenden, dehnen Sie am besten die Muskulatur. Dabei kann der Muskel passiv mit der Hand massiert oder aktiv mit Übungen gestreckt werden. Das lockert die Muskulatur und löst die Verkrampfung.

    Tipp: Probieren Sie einmal die Behandlung mit einer so genannten Faszienrolle aus. Dabei handelt es sich um eine genoppte Rolle, die ihren Ursprung in der Sportmedizin hat. Ein Ausstreichen der betroffenen Muskelgruppen lockert und dehnt das Bindegewebe.

    Quelle: Janine Naß, Kampf dem Krampf, DAZ Nr. 27, Seite 40, 06. Juli 2017.

    Von: Simone Lang
  • 18.01.2019 um 05:32 Uhr

    Übergewicht lässt Gehirn schrumpfen

    Übergewicht und Adipositas haben sich über die letzten Jahrzehnte zu einer Volkskrankheit entwickelt. In Deutschland leiden etwa die Hälfte der Frauen und zwei Drittel der Männer an Übergewicht. Die Auswirkungen auf Herz und Stoffwechsel sind bekannt, doch was macht Übergewicht mit unserem Gehirn?

    Taille-Hüft-Quotient entscheidend

    Forscher der Universität Loughborough gingen der Frage nach, ob Menschen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von über 30 und einem hohen Fettgewebsanteil um die Taille (hoher Taille-Hüft-Quotient) auffällige Veränderungen im Gehirn aufweisen. Hierzu wurden das Gewicht, die Körpergröße, der Taillen- und Hüftumfang sowie das Hirnvolumen von 9.652 Teilnehmern erfasst und ausgewertet. Die Analysen ergaben, dass fettleibige Teilnehmer mit einem hohen Taille-Hüft-Quotienten, also einer viszeralen Adipositas, stärker von einer Abnahme des Hirnvolumens betroffen waren als fettleibige Teilnehmer ohne hohen Taille-Hüft-Quotienten. Insgesamt zeigten jedoch alle von starkem Übergewicht betroffenen Teilnehmer ein vermindertes Hirnvolumen im Vergleich zu Normalgewichtigen.

    Höheres Risiko für Demenz fraglich

    In der Vergangenheit ließen epidemiologische Studie darauf schließen, dass das Auftreten einer Demenz bei Adipositas-Patienten häufiger vorkommt als bei Normalgewichtigen. Einige Demenzformen sind zudem mit einer Abnahme des Hirnvolumens assoziiert. Laut Forschern der Loughborough-Universität sind die Ergebnisse der britischen Studie jedoch kein ausreichender Beweis dafür, dass Adipositas zur Demenz führt. „Es ist unklar, ob Veränderungen im Gehirn zur Adipositas führen, oder ob Adipositas für diese Änderungen verantwortlich ist.“, erklärt Mark Hamer, Doktor and der Loughborough-Universität. Demnach sind weitere Studien nötig, um den genauen Zusammenhang zu klären.

    Quelle: Ärzteblatt 

    Von: Christina Winzig
  • 17.01.2019 um 05:44 Uhr

    Hormonersatz in den Wechseljahren

    Gegen die Wechseljahresbeschwerden nehmen viele Frauen weibliche Sexualhormone ein. Diese Hormonersatztherapie birgt auch Gefahren wie zum Beispiel Thrombosen. Hormonpflaster wiesen dabei ein deutlich geringeres Risiko auf als Tabletten.

    Thrombosen als seltene, aber gefährliche Nebenwirkung

    Inkontinenzprobleme, ein Verlust des sexuellen Interesses (Libido) sowie insbesondere Hitzewallungen mit nächtlichen Schweißausbrüchen kündigen bei 8 von 10 Frauen den Eintritt in die Wechseljahre (Klimakterium) an. Der behandelnde Frauenarzt verschreibt dann Präparate, die Östrogene und wahlweise Gestagene enthalten, um die Beschwerden zu lindern.

    Britische Forscher von der Universität Nottingham werteten in einer Studie die Daten von über 80.000 Frauen im Alter zwischen 40 und 79 Jahren aus, die in den letzten 20 Jahren eine Thrombose erlitten. Bei Thrombosen verschließen Blutgerinnsel die meist venösen Gefäße und der Blutfluss ist gestört. Eine gefährliche Komplikation bildet die Lungenembolie.

    Hormonpflaster führen seltener zu Thrombosen

    Den Wissenschaftlern zeigte ein Vergleich der eingenommenen Medikamente, dass 7,2 Prozent der Frauen in den 90 Tagen vor der Thrombose eine Hormonersatztherapie durchgeführt hatten, verglichen mit 5,5 Prozent in der Kontrollgruppe. Das erhöhte Thromboserisiko betraf nur Frauen, die Hormone in Form von Tabletten eingenommen hatten. Anwenderinnen von Hormonpflastern wiesen kein erhöhtes Risiko auf.

    Die Kombination von Östrogenen mit einem Gestagen verstärkte das Thromboserisiko. Zusätzlich war das Risiko, eine Thrombose zu erleiden, abhängig von der Hormondosis und dem Lebensalter. Auch, wenn die Gefahr für gesunde Frauen, an einer venösen Thrombose zu erkranken, gering sein dürfte, hofft die Erstautorin Yana Vinogradova, dass die Ergebnisse der Publikation Ärzten und Frauen bei der Auswahl eines geeigneten Medikaments helfen.

    Quelle: Ärzteblatt

    Von: Simone Lang
  • 16.01.2019 um 05:43 Uhr

    Digitales Fiebermessen bei Kindern

    Auf schnelle und verlässliche Weise die Temperatur bei den Kleinen zu messen hilft Eltern zu entscheiden, ob der Gang zum Arzt noch warten kann oder dringend erforderlich ist. Dabei ist der Ort der Messung nicht egal, wie eine dänische Studie zeigt.

    Fiebermessen: Herausforderung für Eltern & Kind

    Digitale Fieberthermometer eignen sich, die Temperatur unter dem Arm, im Mund oder im After zu messen. Bei Kindern sind dabei einige Besonderheiten zu beachten. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, erläutert: „Unter den Achselhöhlen ist die Messung am wenigsten exakt und deshalb nicht zu empfehlen. Wollen Eltern das Fieber im Mund messen, dürfen die Kinder für ein paar Minuten nur durch die Nase atmen, den Mund nicht öffnen und auch nicht auf das Thermometer beißen. Auch kann die Messung bei einigen Kindern einen Würgereiz auslösen und das Kind sollte mindestens 15 Minuten nichts gegessen oder getrunken haben.“ Auch digitale Schnullerthermometer gelten als messungenau, weil das Kind sie für etwa 5 Minuten ruhig im Mund halten muss.

    Trotz aller neuen Technik: Rektal messen am besten

    Ohr- und Stirnthermometer registrieren die erhöhte Infrarotstrahlung bei fieberhaften Erkrankungen. Sie sind praktisch, da Eltern die Temperatur messen können, während das Kind schläft. Einer aktuellen Studie zufolge sind allerdings beide Messmethoden einer digitalen Fiebermessung am Darmausgang (rektal) unterlegen. Fegeler erklärt das genaue Vorgehen: „Schmieren Sie die Spitze des Thermometers mit Vaseline ein, damit das Thermometer besser gleitet. Legen Sie Ihr Baby auf den Rücken. Ältere Kinder können sich auf die Seite legen. Heben Sie die Oberschenkel an und führen Sie das Thermometer 1,3 bis 2,5 Zentimeter in den Enddarm ein. Bei Widerstand stoppen Sie sofort. Halten Sie das Thermometer locker in seiner Position, bis der Signalton kommt. Lassen Sie Ihr Kind niemals unbeaufsichtigt, während Sie seine Temperatur messen.“ Am Ende jeder Temperaturmessung steht natürlich die Reinigung des Thermometers mit Alkohol oder lauwarmen Seifenwasser.

    Quelle: Kinder- und Jugendärzte im Netz

    Von: Simone Lang
  • 15.01.2019 um 05:33 Uhr

    Frühjahrsputz in der Hausapotheke

    Verbraucher sollten Medikamente, bei denen das Verfalldatum überschritten ist, nicht mehr anwenden und sachgerecht entsorgen. Bei angebrochenen Packungen kann sich die Haltbarkeit sogar auf wenige Wochen beschränken.

    Verfalldatum auf Medikamenten verbindlich

    Auch, wenn Arzneimittel äußerlich einwandfrei erscheinen, sollten Verbraucher sie nach Erreichen des Verfalldatums entsorgen. Zu lange gelagerte Medikamente können ihre Wirksamkeit verlieren oder sogar schädliche Nebenwirkungen verursachen. Mathias Arnold, Vizepräsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ABDA, warnt: „Immer wieder behaupten selbsternannte Experten, dass man Medikamente auch nach Ablauf des Verfalldatums ohne Risiko einnehmen könne. Das ist falsch.“ Arnold betont:“ Verfalldaten auf Arzneimittelpackungen sind weit mehr als eine Empfehlung. Das unterscheidet sie vom Mindesthaltbarkeitsdatum auf Lebensmitteln.“ Das Verfalldatum basiert auf den Forschungsdaten des Herstellers und ist Teil der Arzneimittelzulassung.

    Entsorgung über den Hausmüll

    Jede Arzneimittelpackung ist mit einem Verfalldatum gekennzeichnet, erkennbar an der Angabe „verwendbar bis“. Industriell hergestellte Medikamente sind in der Regel mehrere Jahre haltbar. Für bereits angebrochene Packungen, Flaschen oder Ampullen wie beispielsweise Augentropfen verkürzt sich die Aufbrauchfrist oft deutlich.

    Nicht gefährliche, abgelaufene Medikamente gehören in aller Regel in den Hausmüll, da in den meisten Gemeinden die Altmedikamente mit dem Restmüll verbrannt und somit sicher vernichtet werden. Ob in Ihrer Kommune davon abweichende Regelungen bestehen, lässt sich beispielsweise bei der Abfallberatung in Erfahrung bringen. Alternative Entsorgungswege sind die Problemabfallsammlung oder auch Apotheken, die dazu bereits sind, alte Medikamente zurückzunehmen.

    Quelle: ABDA

    Von: Simone Lang
  • 14.01.2019 um 05:34 Uhr

    Schlaganfall: Gesund leben wichtig

    Das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, wird sowohl von den Genen als auch von Lebensstil und Ernährung bestimmt. Kann ein gesunder Lebensstil den Einfluss negativer Gene ausgleichen?

    Gene und Lebensstil: zwei Faktoren bei Schlaganfall

    Das internationale Forscherteam wertete Daten von 500.000 Briten im Alter zwischen 40 und 69 Jahren aus. Als Grundlage diente eine vorangegangene Untersuchung, bei der 90 Genvarianten identifiziert wurden, die für die Entstehung eines Schlaganfalls eine Rolle spielen.

    Die Wissenschaftler teilten die Probanden in drei genetische Risikogruppen für Schlaganfall ein. Zusätzlich gruppierten die Forscher die Personen in Teilnehmer mit gesundem, mäßig gesundem und ungesundem Lebensstil. Gemäß den Richtlinien der American Heart Association lebt gesund, wer nicht raucht, nicht zu dick ist (BMI unter 30), viel Obst, Fisch und Gemüse isst und sich pro Woche mindestens 3 Stunden moderat beziehungsweise 1,5 Stunden intensiv sportlich betätigt.

    Obst, Fisch & Sport gleichen genetischen Nachteil aus

    Insgesamt erlitten 2077 der Teilnehmer einen ersten Schlaganfall. Unabhängig vom Lebensstil war das Schlaganfallrisiko bei Menschen mit hohem genetischem Risiko um 35 Prozent höher als bei denjenigen mit geringem genetischem Risiko.

    Deutlicher war der Zusammenhang zwischen Schlaganfallrisiko und Lebensstil: Teilnehmer mit ungesunder Lebensweise erlitten 66 Prozent häufiger einen Schlaganfall als gesund lebende Personen, unabhängig vom genetischen Risiko. Bei mäßig gesund lebenden Personen ergab sich eine um 27 Prozent erhöhte Schlaganfallrate. Prof. Martin Dichgans, 2. Vorsitzender der Deutschen Schlaganfall Gesellschaft und Mitautor der Studie, fasst zusammen: „Die Ergebnisse belegen, dass sich ein gesunder Lebensstil zur Schlaganfallprävention lohnt – unabhängig vom genetischen Risikoprofil.“
    Die Wissenschaftler zeigten auch, dass ungesunder Lebensstil und schlechte Gene unabhängig voneinander das Schlaganfallrisiko erhöhen und sich addieren können. Bei Personen mit ungünstigen Genen und gleichzeitig ungesundem Lebensstil fanden sie eine um rund 130 Prozent erhöhte Schlaganfallrate gegenüber Personen mit geringem genetischem Risiko sowie gesundem Lebensstil. Am stärksten trugen Rauchen und ein erhöhter BMI zum lebensstilbedingten Schlaganfallrisiko bei. Bei Männern wirkten sich in der Studie sowohl Gene als auch Lebensstil stärker aus als bei Frauen. Dichgans betont: „Männer sollten besonders auf eine gesunde Lebensweise achten.“

    Quelle: Deutsche Gesellschaft für Neurologie

    Von: Simone Lang
  • 11.01.2019 um 05:43 Uhr

    Sicher unterwegs bei Eis und Schnee

    Ergiebige Schneefälle bescheren uns zu Jahresbeginn glatte Straßen und rutschige Gehwege. Um gefährliche Stürze zu vermeiden, sollten Fußgänger sich an ein Beispiel aus der Natur halten: den Pinguin.

    Mit kleinen Tippelschritten sicher übers Eis

    Im Winter haben die Ärzte in den Notfallambulanzen alle Hände voll zu tun: Knochenbrüche, Platzwunden am Kopf und Bänderzerrungen müssen versorgt werden, die in den meisten Fällen eine Folge von Stürzen auf eisbedeckten Wegen sind. Die Experten der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) raten Fußgängern im Winter, sich mit langsamen und kleinen Schritten über den Boden zu schieben. Der Schwerpunkt des Körpers liegt dabei über dem vorderen Bein, das mit der ganzen Sohle aufgesetzt wird und leicht nach außen zeigt – eben wie beim Pinguin. Prof. Reinhard Hoffmann, DGOU-Generalsekretär, erklärt: „Der Pinguin-Gang ist eine einfache Methode, um sicher auf überfrorenem Boden zu gehen und einen Sturz zu vermeiden.“

    Untersuchungen zeigen, dass bei älteren Menschen ab 70 Jahren in den Wintermonaten die Zahl der Sturzunfälle sprunghaft ansteigt. Stürze auf die Hüfte oder den Kopf sind dabei besonders folgenreich, da ein Oberschenkelhalsbruch oder ein schweres Schädel-Hirn-Trauma drohen. Christopher Spering, Leiter der DGOU-Sektion Prävention, erläutert: „Im Winter verschärft sich die Gangunsicherheit insbesondere von älteren Menschen. Hinzu kommen verzögerte Reflexe. Im Falle eines Sturzes können sich betagte Menschen nicht ausreichend abfangen und stürzen ungebremst auf den harten Boden.“

    Praktische Tipps von den Experten

    Damit der Ausflug auf spiegelglattem Gehweg nicht im Krankenhaus endet, haben Unfallchirurgen und Orthopäden weitere Tipps für Jung & Alt:

    • Halt suchen: Sich bei anderen einhaken, am Geländer oder der Wand entlanghangeln gibt Trittsicherheit.

    • Nur Schuhe mit gutem Profil tragen. Bei Bedarf die Schuhe auf der Arbeitsstelle einfach wechseln.

    • Spikes für die Schuhe sind bei extremer Glätte eine sinnvolle Ergänzung und bewahren vor dem Ausrutschen. Spikes können ganz leicht unter jeden Schuh montiert werden.

    • Auf keinen Fall mit dem Fahrrad fahren! Es besteht große Unfallgefahr durch Wegrutschen und Bremsprobleme.

    • Unnötige Gänge vermeiden und bei Glatteis besser zu Hause bleiben.


    Quelle: DGOU

    Von: Simone Lang
  • 10.01.2019 um 05:40 Uhr

    Zink gegen Erkältungen

    In der Winterzeit bleibt kaum jemand von Erkältungen verschont. Auch wenn die meisten Infekte harmlos sind, machen sie den Alltag oft beschwerlich. Richtig angewendet hilft Zink, Symptome abzuschwächen und schneller wieder fit zu werden.

    Akut auch als Lutschtablette

    Zink übernimmt eine zentrale Rolle bei vielen Funktionen des Körpers – besonders wichtig ist das Spurenelement für ein funktionierendes Immunsystem. Auch wer prinzipiell ausreichend mit Zink versorgt ist, kann bei einem akuten Infekt von der Einnahme profitieren. Die meisten Erkältungen werden nämlich zunächst durch Viren verursacht. Genau hier setzt Zink an: es wirkt antiviral, in dem es beispielsweise die Vermehrung der Krankheitserreger hemmt. Entscheidend für die Wirkung ist, dass das Spurenelement richtig eingenommen wird. Besonders gut hilft es, wenn es innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem Auftreten der Symptome eingesetzt wird. Empfohlen wird eine Menge von mindestens 75 Milligramm pro Tag in Form von Lutsch- oder Brausetabletten. In dieser Form wirkt Zink auch bei Infektionen im Rachenraum, etwa bei Halsschmerzen, besonders effektiv.

    Sich über Nebenwirkungen informieren

    Wer ausschließen will, dass unter der Einnahme Nebenwirkungen wie Durchfall auftreten, sollte sich am besten beim Kauf gut beraten lassen. Dosen über 100 Milligramm pro Tag verbessern die Wirkung nicht, werden aber schlechter vertragen. Bei längerer Einnahme ist schlimmstenfalls auch ein Kupfermangel möglich.

    Quelle: PTA heute, November 2018, Ausgabe 21

    Von: Sara Steer
  • 09.01.2019 um 05:43 Uhr

    500 Schritte für einen Würfelzucker

    Ein kleiner Spaziergang nach einer üppigen Mahlzeit, um überflüssige Kalorien zu verbrennen? Klingt gut, reicht aber bei weitem nicht aus, um ausreichend Energie zu verbrauchen. Wer sich genügend bewegen oder sogar Gewicht verlieren möchte, muss deutlich mehr Zeit investieren.

    Zeitmangel als Hindernis

    Bewegung hilft, um die Gesundheit zu erhalten und Übergewicht vorzubeugen. Wieviel Aktivität für einen gesunden Lebensstil nötig ist, unterschätzen Laien aber nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention häufig. „Tatsächlich müssen für die Verbrennung eines Würfelzuckers (12kcal) 500 Schritte absolviert werden, für eine Tafel Schokolade muss man circa eine Stunde joggen“, veranschaulicht die Fachgesellschaft an konkreten Beispielen. Das erfordert neben Selbstdisziplin vor allem eins: Zeit. 10 000 Schritte pro Tag und 2,5 Stunden körperliche Aktivität wie Schwimmen und Radfahren sind laut Empfehlung optimal. Wer abnehmen möchte, muss sogar 13 000 Schritte täglich absolvieren und 5 Stunden zusätzlich moderaten Sport treiben. Allein um die empfohlene Schrittanzahl zu bewältigen, sind über 1,5 Stunden pro Tag einzukalkulieren. Das gelingt meist nur, wenn die Bewegung in den Alltag integriert wird, also z. B. der Weg zur Arbeit mit dem Rad zurückgelegt wird.

    Wenig ist besser als nichts

    Auch wer regelmäßig an den Empfehlungen der Fachgesellschaft scheitert, sollte sich aber nicht entmutigen lassen: wenig Bewegung ist besser als gar keine. Für jüngere und aktivere Menschen zahlt es sich auch aus, die Bewegungseinheiten einfach zu intensivieren – so genügen auch 25 Minuten an mindestens drei Tagen pro Woche.

    Quelle: Ärzteblatt 

    Von: Sara Steer
  • 08.01.2019 um 05:36 Uhr

    Kostenfaktor Zahnspange

    Zahnspangen ermöglichen ein schönes Lächeln, kosten aber viel Geld. Um Kosten und Nutzen der Behandlungen abzuwägen, stellt das Bundesgesundheitsministerium diese auf den Prüfstand.

    Wirtschaftlichkeit contra Nutzen

    Zurzeit trägt etwa jeder zweite Jugendliche in Deutschland eine Zahnspange oder ist in kieferorthopädischer Behandlung. Etwa 1,1 Milliarden Euro kostete das die gesetzlichen Krankenkassen im letzten Jahr, ergab eine Studie des Berliner IGES-Instituts. Aus diesem Grund fordern gesetzliche Krankenkassen schon lange die Untersuchung von Wirkungen, Nebenwirkungen und Nutzen kieferorthopädischer Eingriffe. Dabei sind die positiven Effekte der kieferorthopädischen Behandlungen allerdings unbestritten: Sie beheben Zahnfehlstellungen und erhöhen somit die Lebensqualität der Patienten. Nun beschäftigte sich auch das Bundesgesundheitsministerium selbst mit dem medizinischen Nutzen und der Wirtschaftlichkeit kieferorthopädischer Eingriffe – mit einem wenig zufriedenstellenden Ergebnis: Die Daten reichen für eine abschließende Bewertung nicht aus. Auch wenn die Notwendigkeit von kieferorthopädischen Behandlungen nicht angezweifelt wird, will das Ministerium nun mit den beteiligten Organisationen den zukünftigen Forschungsbedarf besprechen.

    Nutzenbewertung beim Gemeinsamen Bundesausschuss

    Wie auch das Ergebnis zukünftiger Studien ausfallen wird – den Nutzen einer Therapie bewertet der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) und nicht der Gesetzgeber. Dieser hat das letzte Wort, ob Zahnspangen sinnvoll sind und von den Krankenkassen bezahlt werden müssen.

    Quelle: Deutsches Ärzteblatt

    Von: Rita Wenczel
  • 07.01.2019 um 05:39 Uhr

    Fiebersenker bei Kindern

    Das Kind fiebert, die Nächte sind kurz. Gerade wenn das Fieber über 39 Grad steigt, helfen Fiebersenker gegen unangenehmen Begleiterscheinungen. Doch welcher Fiebersenker hilft am meisten?

    Fiebersenker kombinieren

    Bereits 2008 beschäftigten sich Forscher mit der Frage, welches der gängigen Fiebersenker bei Kindern am besten hilft und verglichen dabei Paracetamol und Ibuprofen. Das Ergebnis: Ibuprofen senkte das Fieber bei den untersuchten Patienten schneller und länger als Paracetamol. Am effektivsten aber war es, die beiden Wirkstoffe zu kombinieren. In einer Übersichtsarbeit wollten Forscher des Cochran-Netzwerkes nun wissen, in welcher zeitlichen Abfolge die Medikamente optimaler Weise verabreicht werden sollten. Zu diesem Zweck werteten sie 6 Studien mit insgesamt 915 Kindern aus, die die Arzneimittel entweder zeitgleich oder nacheinander eingenommen hatten. Dabei stellte sich heraus, dass es kaum einen Unterschied macht, wie die Arzneimittel kombiniert werden. Mit der gleichzeitigen Gabe beider Arzneimittel senkten die Forscher das Fieber nur geringgradig stärker als mit der zeitlich versetzten Gabe. Die Nebenwirkungen blieben in beiden Fällen gleich, unabhängig davon, ob das Arzneimittel einzeln oder in Kombination gegeben wurde.

    Nur so viel wie nötig

    Prinzipiell gilt bei Fiebersenkern das Gleiche wie bei allen anderen Arzneimitteln: so wenig wie möglich, so viel wie nötig. Ärzte empfehlen deshalb, zunächst nur mit der Gabe von Ibuprofen zu starten. Reicht dies nicht aus, um das Fieber zu senken, kann in einem zweiten Schritt zusätzlich Paracetamol zum Einsatz kommen, um die Behandlung zu intensivieren.

    Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung

    Von: Rita Wenczel
  • 05.01.2019 um 05:34 Uhr

    Guter Vorsatz Rauchstopp

    Das Rauchen aufgeben – ein Klassiker unter den Neujahrsvorsätzen. Doch nur wenigen Rauchern gelingt es, den Verzicht ohne entsprechende Vorbereitung durchzuhalten. Wie man seine Chancen für eine erfolgreiche Entwöhnung verbessert, weiß Thomas Benkert, Vizepräsident der Bundesapothekerkammer.

    Gehirn fordert Belohnung

    „So gut wie jeder Raucher hat schon mal versucht, damit aufzuhören. Das fällt aber vielen schwer, weil Nikotin körperlich abhängig macht“, berichtet Benkert. Das Nikotin in den Zigaretten aktiviert das Belohnungszentrum im Gehirn innerhalb weniger Sekunden. Für kurze Zeit fühlt sich der Raucher wach und entspannt. Nach einiger Zeit entsteht eine körperliche Abhängigkeit: Ohne die regelmäßige Dosis Nikotin zeigen sich Entzugssymptome wie Unruhe oder Reizbarkeit. Um diesen unangenehmen Empfindungen aus dem Weg zu gehen, greifen viele Aufhörwillige wieder zur Zigarette.

    Gewohnheiten anpassen

    Um den Verzicht auf Nikotin dauerhaft durchzuhalten, rät Benkert: Vor einem geplanten Rauchstopp sollten Sie sich klar machen, welche Gewohnheiten Sie mit dem Rauchen verbinden und wie Sie diese ersetzen können. Ist das Rauchen an bestimmte Situationen gekoppelt, etwa nach dem Essen, suchen Sie am besten neue Rituale, zum Beispiel sich nach dem Essen die Zähne putzen. Ist das Verlangen nach der Zigarette an Schlüsselreize wie Kaffee gebunden, hilft es, in der ersten Zeit auf ein anderes Getränk umzusteigen. Stecken Sie sich statt einer Zigarette einen Lutscher in den Mund. Dann sind Hände und Lippen beschäftigt. Gewinnt das akute Verlangen die Überhand, helfen die drei ‚A-Tipps‘:

    • Aufschieben – etwa zehnmal tief durchatmen
    • Ausweichen, zum Beispiel den Raucherbereich im Bahnhof meiden
    • Ablenken, zum Beispiel jemanden anrufen

    Rezeptfreie Arzneimittel als Unterstützer

    Rezeptfreie Arzneimittel mit Nikotin mildern die körperlichen Entzugssymptome. Benkert weist darauf hin: „Sie sind nur für eine Übergangszeit gedacht“. Wer einen Rauchstopp plant, sollte sich diese Medikamente rechtzeitig besorgen. Je nach Rauchverhalten sind verschiedene Arzneiformen wie Kaugummis oder Pflaster geeignet. Kaugummis helfen vor allem Gelegenheitsrauchern. Nikotinpflaster eignen sich eher für Raucher, die regelmäßig über den ganzen Tag geraucht haben. „Nikotinersatzmittel alleine reichen meist nicht aus, um sich dauerhaft von der Zigarette zu verabschieden. Man muss auch seine innere Einstellung ändern“, empfiehlt Benkert abschließend.

    Von: Sandra Göbel/Bundesapothekerkammer
  • 03.01.2019 um 05:43 Uhr

    Nicht mit Kontaktlinsen einschlafen

    Ein kleines Schläfchen am Nachmittag, ohne die Kontaktlinsen vorher aus den Augen zu entfernen – kein Kavaliersdelikt, sondern ein großes Infektionsrisiko, wie eine amerikanische Studie bestätigt.

    Nachlässigkeit mit gravierenden Folgen

    Kontaktlinsen sind eine beliebte Alternative zur Brille: 3,4 Millionen Deutsche nutzen die praktischen, kleinen Sehhilfen, die nach einer gewissen Eingewöhnungszeit einfach und sicher zu handhaben sind. Allerdings müssen Träger von Kontaktlinsen einige hygienische Grundregeln befolgen und bereits länger getragene Linsen rechtzeitig durch neue ersetzen. Die amerikanischen Notfallmediziner Jon Femling und Justin Baca von der Universität New Mexiko berichten in ihrer aktuellen Untersuchung über Patienten, die an schweren Augeninfektionen erkrankten, nachdem sie die Kontaktlinsen beim Schlafen nicht entfernt hatten.

    „Mit Kontaktlinsen zu schlafen ist riskant und kann zu Infektionen oder in manchen Fällen zu bleibenden Schäden führen“, erklären die Autoren. In der Folge entstehen leicht Entzündungen der Hornhaut (Cornea), die dazu noch kompliziert zu therapieren sind: In einem Fall musste der Patient stündlich antibiotische Tropfen anwenden, bei einem anderen Patienten war eine Hornhauttransplantation unumgänglich. Die Studienautoren verweisen auf Daten einer britischen Studie, nach denen etwa jeder dritte Kontaktlinsenträger gelegentlich mit Linsen ein Schläfchen macht. Dieses Verhalten erhöht laut Femling und Baca das Infektionsrisiko um das 6- bis 8-fache.

    Ganz wichtig: gründliche Hygiene

    Auch der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) erinnert die Betroffenen an die besonderen hygienischen Anforderungen. Infektionskeime können direkt in das weiche Linsenmaterial einwandern und es besiedeln. Deswegen ist das Händewaschen vor dem Einsetzen und Herausnehmen der Linsen sowie eine saubere Aufbewahrung und Reinigung der Linsen laut Verband unverzichtbar. Die Linsen dürfen nicht länger als empfohlen verwendet werden und ein Kontakt mit Leitungswasser ist nachteilig. „Vernachlässigt man diese Regeln, ebnet man Krankheitserregern den Weg ins Auge“, warnt Oliver Hoppe, Facharzt für Augenheilkunde in Köln und Leiter des Arbeitskreises Kontaktlinsen im BVA. Er rät Patienten ebenfalls dringend davon ab, handelsübliche Kontaktlinsen während der Nacht zu tragen.

    Quelle: Ärztezeitung

    Von: Simone Lang
  • 02.01.2019 um 14:49 Uhr

    Yoga senkt den Blutdruck

    Bei Rückenschmerzen und zum Stressabbau hat sich Yoga längst etabliert. Der Gang ins Yoga-Studio lohnt sich aber auch für Bluthochdruck-Patienten. Vor allem Atem- und Meditationsübungen helfen, zu hohen Blutdruck zu senken.

    Positive Wirkung auf systolischen Blutdruck

    Noch immer ist arterieller Bluthochdruck ein schwerwiegendes Gesundheitsproblem, das häufig medikamentös behandelt werden muss. Forscher der Universität Duisburg-Essen untersuchten nun, inwiefern Yoga sich auf den Blutdruck von Patienten auswirkt, die bereits Medikamente gegen die Erkrankung einnehmen. Dazu wurden 75 Studienteilnehmer in drei Gruppen unterteilt und deren 24-Stunden-Blutdruck gemessen. In einem 12wöchigen Programm übte die erste Gruppe 90 Minuten pro Woche nur Atem- und Meditationstechniken, die zweite Gruppe zusätzlich Yoga-Körperhaltung. Die dritte Gruppe führte keinerlei Yoga-Übungen aus. Eine unmittelbare Besserung des kurzfristigen systolischen Blutdrucks zeigte sich in der Gruppe, die nur Atem- und Meditationstechniken praktizierten. Bei den anderen Gruppen ließ sich dieser deutliche Effekt nicht nachweisen. Bei allen Studienteilnehmern blieb der diastolische Messwert unbeeinflusst.

    Yogahaltungen sichern Langzeiteffekt

    Darüber hinaus gehen die Forscher um Holger Cramer aber davon aus, dass Yoga-Übende längerfristig durchaus auch Körperhaltungen in ihr Übungsprogramm aufnehmen sollten. Das sei wahrscheinlich die Voraussetzung, damit die Blutdrucksenkung nicht nur kurzfristig, sondern auch längerfristig anhält.

    Quelle: Ärzteblatt

    Von: Sara Steer
  • 02.01.2019 um 05:43 Uhr

    Stillen hält schlank

    Vielen Frauen fällt es nach einer Geburt schwer, wieder ihr Ursprungsgewicht zu erreichen. Eine amerikanische Studie zeigt nun: langes Stillen wirkt sich auch noch Jahre später positiv auf das Gewicht aus.

     Erhöhte Kalorienzufuhr auch nach der Geburt 

    Dass Frauen während der Schwangerschaft mehr Kalorien zu sich nehmen als zuvor, ist völlig normal. Probleme treten erst nach der Geburt auf, wenn der Körper sich an die erhöhte Energiezufuhr gewöhnt hat. Dann gelingt es vielen Frauen nicht, wieder weniger zu essen. In einer Studie der Universität Pittsburgh mit 678 Frauen stellte sich nun heraus, dass über die Hälfte der Mütter auch noch 7 bis 15 Jahre nach der Geburt übergewichtig waren. Dieser Effekt zeigte sich vor allem bei der Gruppe von Frauen, die durchschnittlich 3,9 Monate gestillt hatten. Ganz im Gegensatz zu den Frauen mit längeren Stillzeiten: Mütter, die länger als 6 volle Monate gestillt hatten, waren auch nach 15 Jahren deutlich schlanker und hatten einen um mehr als 3 Zentimeter geringeren Taillenumfang als die Frauen mit kurzen Stillzeiten.

    Stillen verbraucht viele Energie

    Die Forscher aus Pittsburgh erklärten sich die Ergebnisse mit dem erhöhten Kalorienverbrauch beim Stillen. Dabei werden bis zu 500 Kalorien pro Tag verbrannt, was einem Viertel des normalen Bedarfs entspricht. Die Mütter haben somit mehr Zeit, sich wieder auf eine normale Essensmenge umzustellen.

    Von: Sara Steer
  • 31.12.2018 um 05:43 Uhr

    Gute Vorsätze zur Gesundheit

    Regelmäßig Sport, gesunde Ernährung, Alkoholverzicht – viele starten dieses Jahr mit guten Vorsätzen. Jedoch schafft es nicht einmal jeder Dritte, seine Ziele umzusetzen. Tipps von einer Gesundheitspsychologin.

    Vorsätze für das neue Jahr sind Ausdruck dessen, was wir uns für die Zukunft wünschen: Gesundheit, Ausgeglichenheit, Glück. Doch Zeitnot, unvorhergesehene Ereignisse oder der innere Schweinehund kommen uns bei der Umsetzung von Sportkursen oder gesunder Ernährung oft in die Quere. Die Gesundheitspsychologin Prof. Sonia Lipke von der Jacobs University in Bremen rät deshalb: Möglichst konkret planen und die eigene Strategie stets an die Wirklichkeit anpassen.

    Hindernisse strategisch bewältigen

    „Das konkrete Planen von Zielen und die Entwicklung von Strategien zum Umgang mit eventuellen Hindernissen ist wichtig“, betont die Wissenschaftlerin. Wer sich beispielsweise vornimmt, dreimal die Woche 30 Minuten Sport zu machen, aber es nicht schafft, weil es unangenehm für den Rücken ist, könnte stattdessen Spazierengehen oder leichte Rückenübungen durchführen.

    Inneren Schweinehund überlisten macht glücklich

    „Jeder sollte für sich die passende Strategie suchen und sie immer mal wieder anpassen“, empfiehlt Prof. Lipke. „Wenn die Umsetzung der Vorsätze in der einen Woche nicht gelingt, dann sollte man überlegen, was man in der kommenden Woche anders machen kann, damit es klappt.“ Von der Entwicklung einer „Selbstregulationskompetenz" spricht die Gesundheitspsychologin. „Das Gefühl, etwas bewegen zu können, in Kombination mit der Aufstellung von Handlungs- und Bewältigungsplänen, wirkt sich positiv auf die längerfristige Gewohnheitsbildung und die Zufriedenheit aus – unabhängig von Alter, Geschlecht oder Beruf“, erläutert Prof. Lippke.

    Quelle: Jacobs University Bremen

    Von: Julia Schmidt
  • 28.12.2018 um 05:38 Uhr

    Böllern bis zum Knalltrauma

    Raketen und andere Feuerwerkskörper gehören für die meisten an Silvester einfach dazu. Doch so schön die Knallerei auch ist – neben Verletzungen wie Verbrennungen ist an Silvester vor allem das Gehör in Gefahr.

    Wenige Millisekunden reichen aus

    Wenn es kurz nach dem Zünden des Feuerwerkskörpers in den Ohren klingelt, dann war das Krachen eindeutig zu laut. Schon ab einem Schalldruck von etwa 140 Dezibel besteht die Gefahr, dass ein Knalltrauma entsteht. Da reicht es auch, wenn ein plötzliches Geräusch nur wenige Millisekunden andauert. Die kritische Grenze wird laut Wolfgang Renter von der Deutschen Krankenversicherung an Silvester leicht überschritten: „Explodiert ein Feuerwerkskörper in weniger als zwei Meter Entfernung, wirkt ein Schalldruck von mehr als 150 Dezibel auf die Ohren.“ Anzeichen für ein Knalltrauma sind anhaltendes Klingeln und stechende Schmerzen im Ohr, Taubheits- und Schwindelgefühle sowie ein schlechtes Hören hoher Töne. Bestenfalls verschwinden diese Symptome schnell wieder. Halten die Beschwerden mehrere Tage an, ist auf jeden Fall der Besuch beim HNO-Arzt anzuraten. Denn im schlimmsten Fall verursacht ein Knalltrauma bleibende Schäden wie Tinnitus und Hörminderung.

    Sicherheitsabstand einhalten

    Wer seine Ohren schützen will, muss aber nicht völlig auf die Silvesterknallerei verzichten. Ein ausreichender Abstand zu Feuerwerkskörpern ist ein wirksames Mittel, um das Gehör zu schonen. Bereits bei 10 Metern Entfernung sinkt die Gefahr für Knalltraumen. Zusätzlich helfen Kopfhörer oder Ohrstöpsel. Eine ohrenschonende Alternative zur normalen Knallerei sind außerdem extra gekennzeichnete „leise Feuerwerke“, die ganz ohne laute Geräuschkulissen auskommen.

    Quelle: Deutsche Krankenversicherung

    Von: Sara Steer

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Datenschutz-Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen