... mehr als nur Pillen!

News

  • 21.05.2019 um 05:43 Uhr

    Rauf aufs Rad

    Mit Beginn des Frühlings schwingen sich wieder mehr Menschen auf ihr Rad, um zur Arbeit zu fahren oder in ihrer Freizeit die Natur zu genießen. Warum das Radeln auf dem Drahtesel so gesund ist und was es beim Kauf zu beachten gibt.

    Rat für den Kauf des passenden Rads

    Wer nur drei- bis viermal pro Woche 30 bis 45 Minuten in die Pedalen tritt, schafft die besten Voraussetzungen für eine gute Gesundheit. „Bereits verhältnismäßig kurze Strecken wie etwa die Fahrt zum Supermarkt oder ins Büro können beispielsweise den Gang ins Fitness-Studio ersetzen“, informiert Klaus Möhlendick, Diplom-Sportwissenschaftler bei der Barmer GEK. Doch bevor man sich auf seinen Drahtesel schwingt, sollte man sicher sein, dass das Rad auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt ist. Das fängt bei der Wahl des richtigen Modells an.

    • Holland- oder Cityräder verfügen über eine angenehme Sitzposition und eignen sich deshalb für Fahrten ins Büro oder zum Einkaufen.
    • Trecking-Räder ermöglichen durch die spezielle Bereifung zügiges Fahren sowohl auf Asphalt, als auch auf Feldwegen.
    • Mountainbikes sind leicht und gut gefedert. Sie eignen sich für abenteuerliche Touren wie durch den Wald, in den Bergen oder über Schotterpisten.
    • Mit Rennrädern lassen sich sehr hohe Geschwindigkeiten erzielen. Sie sind allerdings nur für asphaltierte Wege geeignet, da sie sehr dünne Reifen haben. Charakteristisch für Rennräder ist außerdem die weit nach vorn gebeugte Sitzhaltung. Wer sich zum ersten Mal ein Rennrad zulegt, sollte sicher sein, dass er sich an diese Haltung gewöhnen wird.

    Faustregel bei der Sattelhöhe einhalten

    Für gesundes Radeln sind die Art und Höhe des Sattels entscheidend. „Keine Kompromisse sollten Radfahrer bei der Wahl des Sattels machen. Hier sollte man vor dem Kauf durchaus einige ausprobieren. Denn der ´richtige´ Sattel ist der, der sich richtig anfühlt“, erklärt Möhlendick. Die richtige Sattelhöhe ist hingegen keine Frage des Geschmacks. Als Faustregel gilt: Wenn man auf dem Sattel sitzt und die Ferse mit durchgestrecktem Bein auf die nach unten gestellte Pedale absetzen kann, stimmt die Höhe. Wer unsicher ist, lässt sich am besten von einem Fachhändler beraten.

    Radfahren als Allround-Training

    Sobald das passende Rad optimal auf den Fahrer abgestimmt ist, kann es losgehen. Wer regelmäßig mit dem Rad fährt, trägt viel zu seiner Gesundheit bei, denn Radfahren ist ein Allround-Training: Es bringt das Herz-Kreislauf-System in Schwung und trainiert die Po- und Beinmuskulatur. Darüber hinaus ist Radfahren für Menschen geeignet, die aus orthopädischer Sicht auf andere Sportarten verzichten müssen. „Da man sein Gewicht, anders als etwa beim Laufen, nicht mit sich herumschleppt, ist Fahrrad fahren besonders gelenkschonend. Selbst wer bereits unter Kniebeschwerden leidet, ist auf dem Fahrrad gut aufgehoben. Der Druck auf die Kniegelenke ist aufgrund der entlastenden Wirkung von Sattel und Lenker niedriger und durch den regelmäßigen Tritt gleichmäßiger“, erläutert Möhlendick.

    Auf regelmäßiges Radfahren reagiert der Körper wie folgt:

    • Stresshormone werden abgebaut
    • der Ruhepuls sinkt
    • das Herzvolumen steigt
    • der Körper wird besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt
    • der Fettstoffwechsel wird angekurbelt.


    Quelle: Barmer GEK

    Von: Julia Schmidt
  • 20.05.2019 um 05:48 Uhr

    Wahrheit oder Mythos

    Steigende Temperaturen wecken nicht nur bei uns Menschen die Lebensgeister. Ab etwa 10 Grad werden auch Stechmücken wieder aktiv und können so manchen lauen Sommerabend verleiden. Doch wie finden Stechmücken eigentlich ihre Opfer und wie hält man sie sich wirksam vom Leib?

    Stechmücken brauchen Blut für die Entwicklung ihrer Eier

    Nicht alle Mücken stechen: Nur die weiblichen Mücken benötigen Blut für die Entwicklung ihrer Eier. Ihren eigenen Nährstoffbedarf decken sowohl weibliche als auch männliche Mücken über Blütennektar und andere zuckerhaltige Pflanzensäfte. Da Mückenstiche unangenehm sind, nützt es durchaus, sich etwas Hintergrundwissen anzueignen, um den ein oder anderen Stich zu vermeiden.

    Über Mythen und Fakten

    • Mythos Nummer 1:
      „Ein übermäßiger Knoblauchverzehr oder das Aufhängen von Knoblauch in der Wohnung hält Stechmücken fern.“
      Dieser Mythos hält sich schon lange, ist aber nicht richtig. Es stimmt, dass Mücken einen äußerst guten Geruchssinn haben, sie orientieren sich aber am Kohlendioxid aus der Atemluft, das sie bereits aus einer Entfernung von etwa 50 Metern riechen. Zusätzlich nehmen sie Ammoniak, Milchsäure, Fettsäuren und Harnstoff wahr. Damit ist Körperschweiß das zweit wichtigste Lockmittel.
      Statt Knoblauch hilft z. B. das Auftragen von Autan auf die Haut. Dies stört die Wahrnehmung der Stechmücken, die Menschen werden dadurch für Mücken uninteressant.
    • Mythos Nummer 2:
      „Licht zieht Stechmücken an.“
      Viele Insekten werden vom Licht angezogen, Stechmücken aber nicht. Sie haben einen sehr schlechten Sehsinn und landen bevorzugt auf Flächen mit dunklen, kontrastreichen Farbtönen. Damit man also nicht als Landeplatz für Stechmücken wahrgenommen wird, empfiehlt sich das Tragen von heller Kleidung. Ist die Kleidung zusätzlich weit geschnitten und liegt nur locker auf der Haut, haben Stechmücken eine geringere Chance mit ihrem Stechapparat durchzudringen.
    • Mythos Nummer 3:
      „Mücken meiden Ultraschallwellen.“
      Dies ist ebenfalls nur ein Mythos – das Aufstellen von Ultraschallgeräten in der Wohnung bleibt also wirkungslos. Mücken reagieren aber sehr sensibel auf die Körpertemperatur. Sie bevorzugen Wärme, weshalb vermutlich Schwangere häufiger gestochen werden.
      Sind sehr viele Mücken vor Ort, hilft nur noch das Befestigen von feinen Netzen an Fenstern und Türen sowie das Anbringen von Moskitonetzen über dem Bett.

    Quelle: PTA heute, Praxiswissen für die Apotheke, Ausgabe 9/2019

    Von: Rita Wenczel
  • 18.05.2019 um 05:44 Uhr

    Sommerfrische für die Beine

    Der Sommer kommt, und mit ihm kurze Hosen, bunte Röcke und sommerliche Kleider. Die meisten Frauen freuen sich darauf, endlich wieder die ersten Sonnenstrahlen auf der Haut zu spüren. Wer sich allerdings wegen vermeintlich unschöner Cellulite und unerwünschtem Haarwuchs eher unwohl fühlt, dem könnte ein Gang in die Apotheke helfen. Mit etwas Geduld, regelmäßigem Einsatz und den richtigen Pflegeprodukten lässt sich die Orangenhaut zumindest in ein etwas glatteres Hautbild verwandeln. Und zum Enthaaren gibt es inzwischen so viele Möglichkeiten, dass sich für jedes Bein etwas Passendes findet.

    Bei Frauen ist Cellulite vorprogrammiert

    Cellulite trifft so gut wie jede Frau – die eine früher, die andere später. Vor allem an Beinen, Gesäß und Oberarmen wachsen die Fettzellen des Unterhautfettgewebes gerne an und quellen dann zwischen den Bindegewebssträngen Richtung Oberfläche hervor. Die daraus entstehenden typischen Knubbel und Vertiefungen erinnern an die Schale einer Orange – daher auch der Name Orangenhaut. Männer sind in puncto Haut von der Natur begünstigt: Sie entwickeln diese Dellen seltener, weil bei ihnen die Bindegewebsstränge gitterartig angeordnet sind. Bei Frauen liegen die Fasern parallel – damit sich die Haut im Falle einer Schwangerschaft elastisch dehnen kann. Leider kommt es durch die parallele Anordnung auch leichter zum Vorquellen der Fettzellen – Orangenhaut ist bei Frauen sozusagen vorprogrammiert. Hat Frau dann auch noch angeboren schwaches Bindegewebe, entwickelt sich die Cellulite oft schon im frühen Erwachsenenalter.

    Hinweis: Rauchen und Bewegungsmangel fördern die Bildung von Orangenhaut zusätzlich, weil beides die Durchblutung der Haut und auch die Zirkulation in den Lymphgefäßen vermindert.

    Was hilft gegen die Orangenhaut?

    Auch wenn es die Werbung häufig verspricht: Ein Wundermittel, das die Cellulite wegzaubert, gibt es leider nicht. Dennoch können regelmäßige Pflege und eine gesunde Lebensführung die ungeliebte Orangenhaut straffen und - in Maßen - auch glätten. Folgende Tipps sind hilfreich:

    • Massieren Sie regelmäßig durchblutungsfördernde Pflegeprodukte in die Haut. In Ihrer Apotheke gibt es ein reichhaltiges Angebot (zum Beispiel Birke Cellulite Öl, Eucerin®pH5 Hautstraffende Lotion, frei öl® FigurÖl oder Vichy Celludestock Creme). Ihr Apotheker hilft Ihnen, das Passende für Sie herauszusuchen.
    • Regen Sie den Blut- und Lymphabfluss in den Beinen mit Wassertreten und kalten Güssen an! Auch Bürstenmassagen beim Duschen sind hilfreich.
    • Achten Sie auf Ihr Gewicht, beginnen Sie bei Übergewicht mit einer schonenden Gewichtsreduktion. Auch hier kann Sie Ihr Apotheker mit Informationen und geeigneten Präparaten unterstützen.
    • Ernähren Sie sich ausgewogen und gesund! Reichliches und fettes Essen lässt die Fettzellen wachsen.
    • Halten Sie Maß beim Alkohol.
    • Bewegen Sie sich regelmäßig, machen Sie Übungen zur Stärkung der Bein- und Gesäßmuskulatur.
    • Hören Sie mit dem Rauchen auf.

    Enthaaren – aber richtig

    Schon in der Antike haben sich Frauen gerne von ihrem Körperhaar getrennt. Auch heute steht der haarlose Körper hoch im Kurs, bei Frauen wie bei Männern. Kein Wunder, dass es so viele Methoden zur Haarentfernung gibt. Sie unterscheiden sich in ihrer Schmerzhaftigkeit, ihrer Wirkdauer und dem nötigen (finanziellen) Aufwand. Und darin, wo sie vorgenommen werden -zu Hause, im Kosmetikinstitut oder in der Hautarztpraxis.

    Zupfen und Rasieren

    Zupfen und Rasieren sind besonders weit verbreitet. Das liegt daran, dass diese Enthaarungsmethoden am einfachsten durchzuführen sind. Leider wirken sie jedoch am kürzesten: Nach 2 – 3 Tagen sind die ungeliebten Haare wieder da. Rasiert werden kann nass oder trocken. Ein Nachteil beim Nassrasieren ist die nicht unerhebliche Schnittgefahr. Bei beiden Verfahren wachsen die Haare stoppelig wieder nach. Wenn Sie sich für diese Methoden entscheiden, achten Sie vor allem auf gute Hygiene: Reinigen Sie Ihren Rasierer sorgfältig und geben Sie ihn nicht an andere Personen weiter, damit nicht etwa Keime übertragen werden. Am besten greifen Sie gleich zu Einmalrasierern.

    Tipp: Pflegen Sie Ihre Haut nach der Rasur oder Enthaarung gründlich. Dazu eignen sich zum Beispiel Aloe vera Gel 97,5% Dr. Storz®, Panthenol Heumann® Creme oder Sagella® Sensitive Balsam. Auch hier berät Sie Ihr Apotheker gerne.

    Enthaarungscreme

    Die Anwendung von Enthaarungscremes ist ebenfalls relativ einfach und lässt sich gut selbst zu Hause vornehmen. Die Methode ist auch nicht besonders schmerzhaft: Enthaarungscremes zerstören die Haarstruktur, sodass die Haare nach ausreichender Einwirkungszeit nicht herausgerissen, sondern einfach abgewaschen werden können. Der Effekt bleibt etwa 2 Wochen bestehen, danach muss erneut enthaart werden. In Ihrer Apotheke finden Sie ein reichhaltiges Angebot an Enthaarungscremes, Beispiele sind Veet Haarentfernungscreme sensitiv und Vichy Dermo-Tolerance Haarentfernungs-Creme. Nachteil ist, dass Enthaarungscremes bei einigen Anwendern zu Knötchen und Pickeln führen können. Wer sie zum ersten Mal benutzt, macht deshalb vorher besser einen Verträglichkeitstest. Dazu verteilt man etwas Creme auf eine kleine Stelle und lässt sie etwa 24 Stunden lang einwirken. Bei Juckreiz, Knötchen oder Pickeln probiert man ein anderes Produkt oder entscheidet sich gleich für ein anderes Enthaarungsverfahren.

    Hinweis: Enthaarungscremes mit Thioglykolat reizen die Haut. Sie sollten deshalb nicht auf großen Flächen angewendet werden, z. B. bei Männern, die ihren Rücken enthaaren wollen. Wenn Sie sich unsicher sind, fragen Sie Ihren Apotheker. Epilieren Epiliergeräte sehen aus wie Elektrorasierer und werden gegen die Wuchsrichtung der Haare über die Haut geführt. Sie sind sehr effektiv, denn sie ziehen die Haare aus ihren Haarschäften heraus. Die Prozedur muss deshalb nur alle 3 bis 6 Wochen wiederholt werden. Nachteil vom Epilieren ist die ausgeprägte Schmerzhaftigkeit, außerdem kommt es bei manchen Nutzern durch das Epilieren zu kleinen Pickelchen. Vorteil der Methode ist, dass man das Ganze gut zu Hause selbst erledigen kann.

    Tipp: Wenn Ihnen das Zupfen, Rasieren, Epilieren oder auch das Waxing zu schmerzhaft ist, hellen Sie die störenden Haare doch mit einem Bleichmittel oder einem Haarfärbemittel auf.

    Wachs und Zucker

    Besonders Schmerzresistente können auch zum Waxing oder Sugaring greifen und die unerwünschten Haare mitsamt ihren Wurzeln ausreißen (lassen). Streifen mit Wachs (warm oder kalt) oder Zuckerlösung werden dafür auf das behaarte Gebiet aufgelegt und nach kurzer Zeit mit den daran festklebenden Haaren wieder abgezogen. Diese Methode ist nur etwas für Hartgesottene, ihr Effekt hält aber lange an: Immerhin 3 – 6 Wochen kann sich der Enthaarte an seiner glatten Haut erfreuen.

    Hinweis: Waxing und Sugaring sind für die Haut sehr strapaziös. Hier ist die intensive Nachbehandlung mit Feuchtigkeitscremes, zum Beispiel mit Aloe vera, besonders wichtig. Wenn Sie sehr trockene Haut haben, ist diese Enthaarungsmethode für Sie nicht geeignet.

    Blitzlampe und Laser

    Dauerhafte Enthaarung versprechen die Blitzlampe (IPL) und die Laserepilation. Beide Methoden schädigen die Haarwurzelzellen durch Hitze und führen dazu, dass die Haare nach und nach ausfallen. Dunkle Haare lassen sich besser entfernen als helle. Die Behandlung ist weniger schmerzhaft als das Waxing und eignet sich auch für größere Gebiete, die enthaart werden sollen. Bei der Lasertherapie führen etwa 3 – 10 Einsätze zur Enthaarung, mit der Blitzlampe können je nach Gerät und Haarpracht deutlich mehr Behandlungen nötig werden. Das Ganze braucht jedoch seine Zeit, denn zwischen den jeweiligen Behandlungen muss mehrere Wochen lang pausiert werden, damit sich die Haut erholen kann.

    Blitzlampen haben den Vorteil, dass man sie sogar zu Hause selbst einsetzen kann. Wer sich selbst nicht blitzen will, findet leicht ein Kosmetikstudio mit passendem Angebot. Die Enthaarungstherapie mit dem Laser darf dagegen nur in zertifizierten medizinischen Einrichtungen oder beim Hautarzt vorgenommen werden. Nachteil beider Verfahren sind die relativ hohen Kosten.

    Hinweis: Nach der Haarentfernung mit Blitzlampe oder Laser müssen Sie die behandelte Haut für mehrere Wochen mit einem Lichtschutzmittel (Lichtschutzfaktor 50) vor UV-Strahlung schützen.

    Egal ob es um Cellulite oder unerwünschten Haarwuchs geht: Übertreiben Sie es nicht! Makellose Beine sind meist nur in Werbung und Modezeitschriften zu sehen, haben aber mit der Realität nur wenig zu tun. Und die ersten Sonnenstrahlen lassen sich sicherlich auch mit ein paar Härchen mehr genießen.

    Quelle: Claudia Bruhn, Außen gepflegt, innen gesund, DAZ22, Seite 26, 2018

    Von: Dr. med. Sonja Kempinski
  • 17.05.2019 um 05:57 Uhr

    Waldbaden als Therapie

    Wir merken es instinktiv, wenn wir einen Wald betreten: Wir werden entspannter und gelassener. Wälder fördern nachweislich unsere Gesundheit. Doch wodurch kommen diese Wirkungen zu Stande, und wer profitiert davon?

    Ein Hort der Ruhe und der Eindrücke

    Für uns Menschen ist es wichtig, dass unsere Sinne umfassend angesprochen werden. Genau das bietet der Wald: Wir riechen die Tannennadeln, das Holz, die Erde. Wir spüren die wohltemperierte Luftfeuchtigkeit. Wir lauschen dem Vogelgesang, dem Rascheln der Blätter und dem Rauschen des Windes. Wir sehen viel Grün, das Licht ist angenehm gedämmt und blendet nicht. Wer will, kann die Baumrinde und die frische Erde ertasten und von Waldbeeren naschen. Der Wald ist eine urvertraute Umgebung. Das entspannt und aktiviert den Teil des Nervensystems, der für Erholung zuständig ist: den Parasympathikus.

    Balsam für die Seele

    Lärm und laute Geräusche, die die Gesundheit negativ beeinflussen, existierten im Wald nicht. Dadurch sinken die Stresshormone im Blut, Entspannung setzt ein. Am stärksten wirkt sich der Wald auf die Psyche aus. Das seelische Wohlbefinden, die Stimmung und die Schlafqualität steigen, Angstgefühle werden weniger. Diese Wirkung ist umso stärker, je größer die seelische Belastung ist. Eine Rolle spielt dabei auch die Farbe Grün, die eine beruhigende Wirkung hat. Und allein die Tatsache, dass man im Wald meistens zu Fuß unterwegs ist, wirkt sich positiv aus. Viel Bewegung senkt den Blutzucker und den Blutdruck. Einen großen Einfluss hat auch die Waldluft. Die Bäume filtern einen Großteil der Staubteilchen aus der Luft und reinigen sie. Botenstoffe, mit denen die Pflanzen im Wald untereinander kommunizieren, gelangen in die Nase. Diese sogenannten Terpene stärken das Immunsystem.

    In Japan und Südkorea anerkannt

    Regelmäßige Besuche im Wald tun also jedem gut. Wer nicht in Waldesnähe wohnt oder zeitlich sehr eingespannt ist, kann dennoch davon profitieren. Bereits ein einmaliger Waldspaziergang für 30 Minuten vermindert die Stresshormone im Blut und steigert das Wohlbefinden. In Japan und Südkorea sind die positiven Wirkungen des „Waldbadens“ übrigens schon lange bekannt. Die Waldtherapie ist in diesen Ländern seit Jahrzehnten eine anerkannte medizinische Behandlungsmethode. Als erstes Bundesland hat dies auch Mecklenburg-Vorpommern erkannt. Dort sind Kur- und Heilwälder im Waldgesetz festgeschrieben. Zwei Kurwälder sind schon entstanden, weitere in Planung.

    Quelle: Lehrstuhl für Public Health und Versorgungsforschung der Ludwig-Maximilian-Universität München

    Von: Dr. med. Tobias Höflein
  • 16.05.2019 um 05:44 Uhr

    Beim Schlaganfall sind Fremde besser

    Sofort den Notarzt rufen heißt es im Falle eines Schlaganfalls. Doch wer seinen Schlaganfall im Beisein des Ehepartners oder anderer enger Familienangehöriger erleidet, den erreicht die rettende Therapie oft erst verzögert. Was steckt dahinter?

    Jede Minute zählt!

    Beim Schlaganfall zählt jede Minute: Je schneller der Patient in der Klinik ist, desto größer sind die Chancen, Hirngewebe zu retten. Innerhalb der ersten eineinhalb Stunden nach einem Schlaganfall kann die Lysetherapie bei jedem 3. Patienten neurologische Schäden verhindern, nach 3 Stunden gelingt dies nur noch in wenigen Fällen. Doch immer wieder erreichen Patienten viel zu spät die Klinik. Warum sich die Einlieferung in die Klinik verzögert, haben jetzt Ärzte von der Universität Harvard an 175 Schlaganfallpatienten mit leichteren motorischen Störungen untersucht.

    Familie bremst

    Bei 15 spät und 12 schnell eingelieferten Patienten konnten die Ärzte die Umstände anhand von multivarianten Netzwerkanalysen ganz genau beleuchten. Drei Viertel der Patienten, die die Klinik erst sehr spät erreichten, waren beim Schlaganfall von engen Familienangehörigen umgeben oder hatten zu ihnen Kontakt aufgenommen. Von den schnell eingelieferten Patienten hatte die Mehrheit den Schlaganfall entweder im Beisein von Kollegen, Freunden oder Fremden erlitten oder eine solche „Fremd“person nach dem Ereignis kontaktiert.

    Fremde diskutieren nicht

    Grund für die verzögerte Reaktion beim Schlaganfall im Familienkreis war, dass man unter engen Angehörigen die Ereignisse häufig bagatellisierte, sich gegenseitig beruhigte und sich fürs Abwarten entschied. Fremde oder Kollegen waren weniger zimperlich, wenn sie einen Schlaganfall vermuteten: Sie diskutierten gar nicht erst mit den Betroffenen, sondern riefen meist ohne Verzögerung den Notarzt.

    Beim kleinsten Verdacht sofort den Notarzt rufen!

    Die Erstsymptome eines Schlaganfalls müssen vor allem im häuslichen Umfeld eines Risikopatienten bekannt sein, fordern die Autoren. Treten plötzlich Lähmungen oder Sprachschwierigkeiten auf oder rinnt beim Kaffeetrinken Flüssigkeit aus dem Mund, muss sofort der Notarzt gerufen werden. Die Autoren empfehlen deshalb, dass Hausärzte gefährdete Patienten und deren Angehörige über mögliche Erstsymptome und Auswirkungen eines Schlaganfalls intensiv aufklären. Und vor allem darüber, dass Diskutieren und Bagatellisieren Hirn und Leben kosten kann.

    Quelle: Nature

    Von: Dr. med. Sonja Kempinski
  • 15.05.2019 um 05:30 Uhr

    13 Schlaf-Mythen unter der Lupe

    5 Stunden Schlaf reicht für Erwachsene, unruhig schlafen ist ungesund, ein Bierchen am Abend lässt besser schlafen – was ist dran an diesen und anderen beliebten Schlaflegenden? Ein Expertenteam schafft Klarheit.

    Beim Schlaf kann jeder mitreden

    Das Thema Schlaf ist ein Dauerbrenner. Zum einen sind Schlafstörungen weit verbreitet, zum anderen kann jeder mitreden. Deshalb gibt es auch eine Unzahl von Meinungen und Ratschlägen dazu. Jetzt hat eine zehnköpfige Expertengruppe populäre Schlafmythen unter die Lupe genommen und 13 Irrtümer herausgefischt:

    1. Nach einem Bier kann man besser schlafen. Stimmt nicht. Nach Alkohol schläft man zwar schneller ein, aber der Schlaf in der zweiten Nachthälfte ist gestört, es gibt weniger erholsame REM-Phasen und Schlafapnoesymptome verstärken sich.
    2. Bei Schlafproblemen ist es am besten, im Bett liegen zu bleiben. Stimmt nicht. Besser ist es aufzustehen und erst wenn man sich müde fühlt wieder zu Bett zu gehen. Blaulicht, z. B. am Computer oder Tablet, sollte man dabei jedoch meiden.
    3. Langeweile ist die beste Einschlafhilfe. Stimmt nicht. Erwachsene mit Hobbys und wenig Langeweile haben meist eine bessere Schlafqualität.
    4. Je mehr man schläft, desto besser. Stimmt nicht. Langschläfer, die dauerhaft mehr als 8 Stunden schlafen, sterben früher als Normalschläfer.
    5. Schnarchen ist lästig, aber harmlos. Stimmt nicht. Regelmäßiges Schnarchen kann ein Zeichen für ein obstruktives Schlafapnoesyndrom sein und muss abgeklärt und wenn nötig behandelt werden.
    6. Sport am Abend stört den Nachtschlaf. Stimmt nicht. Menschen, die regelmäßig körperlich aktiv sind, schlafen besser. Neuesten Studien zufolge soll auch abendlicher Sport nicht schaden.
    7. Jederzeit und überall gut schlafen zu können ist ein gutes Zeichen. Stimmt nicht. Wer tagsüber sehr müde ist und schnell im Sessel einschlummert, leidet womöglich an gestörtem Nachtschlaf, z. B. aufgrund einer Schlafapnoe.
    8. Je weniger ein Schläfer sich bewegt, desto gesünder ist sein Schlaf. Stimmt nicht. Gelegentliche Bewegungen gehören zum normalen Schlaf dazu. Ist der Bewegungsdrang aber unkontrolliert und kommt womöglich noch Ziehen oder Kribbeln dazu, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Es könnte Restless-legs-Syndrom dahinterstecken.
    9. 5 Stunden Schlaf reicht für Erwachsene. Stimmt nicht. Wer nur 5 Stunden oder weniger schläft, hat ein erhöhtes Risiko für chronische Erkrankungen. Wer weniger als 4 Stunden schläft, dem drohen sogar kognitive Einbußen. Die ideale Schlafdauer liegt für Erwachsene bei 7 bis 8 Stunden.
    10. Der Organismus lernt, mit unregelmäßigem Schlaf auszukommen. Stimmt nicht. Er kann sich anpassen, aber es drohen negative Folgen. Bei Schichtarbeit ist beispielsweise das Brustkrebsrisiko erhöht.
    11. Je älter man wird, desto mehr schläft man. Stimmt nicht. Auch wenn es manchmal anders scheint -ältere Menschen schlafen weniger, warum, ist unklar.
    12. Ein kuschelig warmes Schlafzimmer lässt besser schlafen. Stimmt nicht. Warme Temperaturen können guten Schlaf behindern. Die ideale Temperatur für Schlafzimmer liegt bei 16–18°C.
    13. Mittagsschlaf ist immer gut. Stimmt nicht. Mit zu viel Mittagsschlaf können nächtliche Schlafprobleme aufrechterhalten werden. Deshalb macht es auch Sinn, bei nächtlichen Schlafproblemen seinen Mittagsschlaf zu reduzieren.

    Quelle: Sleep Health

    Von: Dr. med. Sonja Kempinski
  • 14.05.2019 um 05:42 Uhr

    Schuppe ist nicht Schnuppe

    Schuppen im Haar sind für viele Menschen eine große Belastung. Noch immer werden die weißen Flocken von vielen als ein Zeichen mangelnder Körperhygiene betrachtet. Doch Schuppe ist nicht gleich Schuppe.

    Die Fähigkeit der Haut sich zu regenerieren

    Die Bildung von Schuppen hängt mit der Physiologie der Haut zusammen: Ununterbrochen erneuert sich die Haut und stößt jeden Tag mehrere Milliarden Hornzellen ab. In den unteren Hautschichten entstehen zeitgleich neue Zellen, die innerhalb von etwa 30 Tagen die Oberfläche erreichen. Die abgestoßenen Zellen rieseln unbemerkt als kleinste Schüppchen zu Boden.

    Wenn Hefepilze hinter Schuppen stecken

    Lösen sich die Hautzellen jedoch nicht einzeln, sondern kleben viele Zellen aneinander, werden sie als Schuppen wahrgenommen. Meist sind Schuppen zwar unappetitlich, aber harmlos. Manchmal jedoch sind die schuppigen Veränderungen an der Kopfhaut erste Anzeichen für ernste Hauterkrankungen wie Schuppenflechte oder Neurodermitis.
    Grob zu unterscheiden sind 2 Arten von Schuppen: trockene Schuppen (seltener) und fettige Schuppen (häufiger). Je nach Beschaffenheit der Schuppen kommen unterschiedliche Auslöser in Frage:

    • Trockene Schuppen sind häufig Folge einer trockenen Kopfhaut, bedingt durch falsche Haarpflege oder trockene Heizungsluft . Achtung: Hier sind entfettende Antischuppen-Shampoos kontraindiziert!
    • Fettige, verklebte Schuppen treten dagegen häufig zusammen mit einer Seborrhö auf, also einer übermäßigen Talgproduktion der Kopfhaut. Wissenschaftler vermuten, dass die übermäßige Talgproduktion das Wachstum von Hefepilzen auf der Kopfhaut begünstigt. Ihre Stoffwechselprodukte reizen die Kopfhaut, was die Bildung neuer Hautzellen beschleunigt und so zu einer vermehrten Schuppenbildung führt. Gleichzeitig entstehen kleinste Mikroentzündungen, die sich durch Juckreiz oder kleine rote Stellen nach dem Kämmen bemerkbar machen.
      Hier eignen sich zur Behandlung antimykotische Shampoos oder Lösungen die das Pilzwachstum hemmen und in der Regel 2 bis 3 mal pro Woche angewendet werden. Zusätzlich helfen entfettende Shampoos und Produkte mit Selendisulfid. Diesem Wirkstoff wurde eine antiproliferative Wirkung nachgewiesen, er hemmt damit also die Zellteilungsrate und vermindert die Anzahl der Schuppen.

    Quellen: PTA heute, Praxiswissen für die Apotheke, Ausgabe 9/2019 und gesundheitsinformation.de

    Von: Rita Wenczel
  • 13.05.2019 um 05:36 Uhr

    Regionales Gemüse contra Superfood

    Wer sich heute gesund ernähren möchte, sucht im Internet nach Superfood. Doch ein Besuch auf dem Wochenmarkt oder im heimischen Gemüsegarten bleibt weiterhin interessant. Regionale Hits sind mitunter gesünder, in jeden Fall aber günstiger.

    Oft auch super-teuer

    Superfood verspricht mehr zu sein als gewöhnliches Essen. Statt einfach nur satt zu machen soll es einen gesundheitlichen Zusatznutzen vermitteln, der beinahe an die Wirkung eines Arzneimittels heranreicht. Ein gutes Beispiel ist Kale. Das amerikanische Modenahrungsmittel soll unter anderem vor frühzeitiger Hautalterung, Rheuma und Krebs schützen. Das hat seinen Preis. Zu Chips verarbeitet kosten 10 g Kale in etwa einen Euro. Dabei ist Kale kein exotisches Gewächs. Ein Blick in das Wörterbuch enttarnt die vermeintliche Wunderdroge als gewöhnlichen Grünkohl.

    So ersetzen Sie Superfood durch regionale Lebensmittel

    Zwar findet man auf dem Wochenmarkt nicht immer die genaue Entsprechung für ein teuer gehandeltes Superfood. Doch es lohnt sich, genauer hinzusehen. Chia-Samen gelten wegen ihres hohen Gehalts an Quell- und Ballaststoffen als Diätwunder. Gleichzeitig schützen sie dank Omega-3-Fettsäuren vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Rheuma. Als heimische Alternative bietet sich ein Mix aus Leinsamen und Nüssen an. Ähnlich verhält es sich mit der Goji-Beere. Sie ist bei weitem nicht die einzige Vitamin-C-Bombe. Ihr ebenbürtig sind Spinat, Kohl, gelbe Paprika, Hagebutten, Kiwi. Als Proteinlieferant lässt sich die Goji-Beere durch rote Linsen, Bohnen und Kichererbsen ersetzen.

    Regionale Hits und ihre Vorteile

    Bei verschiedenen Untersuchungen fanden Lebensmittelchemiker Pestizide, Schwermetalle, Schimmelpilze und Mineralöl im Superfood. Hinzu kommt, dass viele Trend-Lebensmittel eine ungünstige Ökobilanz aufweisen, weil sie lange Transportwege und energieaufwendige Verarbeitungsprozesse erfordern. Ob Superfood tatsächlich so super ist, bleibt eine Frage, die sich nur von Fall zu Fall beantworten lässt.

    Quelle: Kaufmännische Krankenkasse KKH.

    Von: Susanne Schmid
  • 10.05.2019 um 05:41 Uhr

    Der Tripper ist auf dem Vormarsch!

    Die Gonorrhö, landläufig auch Tripper genannt, breitet sich in Europa rasant aus. Besonders beunruhigend dabei: Immer häufiger sind Frauen betroffen, und immer mehr Gonokokken sind resistent gegen Antibiotika.

    Zweithäufigste sexuell übertragene Erkrankung

    Die Gonorrhö hat sich in Europa nach der Chlamydieninfektion zur zweithäufigsten sexuell übertragbaren Erkrankung entwickelt, wie der Jahresbericht des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) zeigt. Über 240 Erkrankungen werden täglich diagnostiziert, allein in Frankreich und Portugal haben sich die Erkrankungszahlen von 2016 bis 2017 versechsfacht. Die stärkste Zunahme zeigten Finnland mit 44% mehr Gonorrhö-Fällen, Slowenien (40%) und Schweden ( 41%). Zahlen für Deutschland sind nicht bekannt, da die Gonorrhö hier nur in Sachsen meldepflichtig ist. In Zeiten der Globalisierung dürfte der Trend aber ähnlich sein.

    Ausfluss und Schmerzen beim Wasserlassen

    Am häufigsten erkranken Menschen zwischen 15 und 25 Jahren. Erreger der Gonorrhö sind Gonokokken. Diese Bakterien werden beim Geschlechtsverkehr übertragen und nisten sich in die Schleimhäute von Harnröhre, Gebärmutterhals, Enddarm und Rachen ein. Beim Mann führen sie schnell zu Ausfluss und Schmerzen beim Wasserlassen, weshalb die Infektion meist früh erkannt wird.

    Bei Frauen besonders tückisch

    Bei Frauen ist die Gonorrhö besonders tückisch: Die Hälfte der Infizierten hat keine Beschwerden. Deshalb wird die Erkrankung oft erst dann erkannt, wenn es bereits zu einer chronischen Beckenentzündung und/oder Unfruchtbarkeit gekommen ist. Experten beunruhigt deswegen nicht nur die europaweit ansteigende Zahl der Erkrankungen, sondern auch die Verteilung. Bisher traf der Tripper vor allem Männer, die Sex mit Männern haben. Inzwischen erkranken auch immer mehr heterosexuelle Männer und Frauen.

    Gonokokken werden resistenter

    Ein weiteres Problem bei der Gonorrhö ist ihre Behandlung. Therapiert werden die Gonokokken mit Antibiotika. Doch die Behandlung gestaltet sich immer schwieriger, weil die Bakterien zunehmend Resistenzen entwickeln, d.h. unempfindlich auf die gängigen Antibiotika werden. „Wer häufig ungeschützten Sex mit neuen Partnern hat, sollte sich regelmäßig auf eine Gonokokken-Infektion hin untersuchen lassen“, unterstreicht deshalb Gianfranco Spiteri vom ECDC im Jahresbericht 2017. Ansonsten sind als Schutz vor Ansteckung natürlich prinzipiell Kondome zu empfehlen.

    Quelle: Ärzteblatt, ECDC-Report

    Von: Dr. med. Sonja Kempinski
  • 09.05.2019 um 05:30 Uhr

    TV-Verbot für Kinder unter 2!

    Kleinkinder sitzen heutzutage oft stundenlang vor dem Fernseher oder spielen mit dem Smartphone. Dabei ist Bewegung das A und O für eine gesunde kindliche Entwicklung. Doch wieviel Fernsehen ist für Kinder unter 5 erlaubt? Und wieviel Bewegung unbedingt nötig?

    Klare Regeln für die Kleinsten

    80% der Jugendlichen und 23% der Erwachsenen bewegen sich zu wenig, beklagt die WHO. Denn mangelnde körperliche Aktivität führt zu Übergewicht und diese wiederum zu Erkrankungen wie Diabetes, Arthrose oder Leberverfettung. Etwa 5 Millionen Tote pro Jahr gehen laut WHO auf das Konto des Bewegungsmangels. Nun setzt die WHO schon bei den Allerkleinsten an und gibt klare Empfehlungen zu Bewegung, Fernsehen und Schlafen für Kinder unter 5 Jahren.

    Bewegen – schon im Säuglingsalter

    Babys sollen sich schon im ersten Lebensjahr so viel wie möglich bewegen, am besten beim Spielen auf dem Boden. Wenn sie dafür noch nicht mobil genug sind, tun es auch täglich insgesamt etwa 30 Minuten in Bauchlage, um ihre motorischen Fähigkeiten anzuregen. Im Kinderstühlchen oder in der Babywippe sitzen sollen die Kleinsten dagegen nicht länger als eine Stunde täglich, raten die Experten von der WHO.

    Auch ältere Kleinkinder sollten nicht mehr als eine Stunde auf Hochstühlen oder angeschnallt im Kinderwagen verbringen. Ab dem ersten Geburtstag heißt es zudem 3 Stunden Bewegung am Tag, für Kinder zwischen 3 und 4 sollten davon mindestens eine Stunde „moderate bis ausdauernde“ Aktivitäten sein wie zum Beispiel Toben, Klettern und Rennen.

    Schlafen muss sein

    Genauso wichtig wie Bewegung ist gesunder und ausreichender Schlaf. Auch hier gibt es Vorgaben der WHO: In den ersten 3 Lebensmonaten sind 14 bis 17 Stunden Schlaf gesund, im Alter von 4 bis 11 Monaten 12 bis 16 Stunden. 1 bis 2-Jährige sollen 11 bis 14 Stunden schlafen, 3 bis 4-Jährige 10 bis 13 Stunden.

    Vorlesen statt Fernsehen

    Fernsehen, Tablets und Smartphones sind laut WHO für Kinder unter 2 verboten. Ab dem 2. Geburtstag dürfen die Kleinen ran an TV und Smartphone, allerdings höchstens eine Stunde täglich und je weniger, desto besser. Vorlesen und Geschichtenerzählen ist einem Medienkonsum in jedem Alter vorzuziehen, betont die WHO.

    Quelle: WHO

    Von: Dr. med. Sonja Kempinski
  • 08.05.2019 um 05:40 Uhr

    Kaninchen hilft bei Therapie

    Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma entwickeln häufig Probleme, Gefühle auszudrücken oder mit anderen Menschen umzugehen. Eine neue Reha-Maßnahme setzt jetzt auf tierische Helfer und zeigt: Kaninchen und Minischweine können das Sozialverhalten Betroffener wieder verbessern.

    Vom Blindenhund zum Traumaschwein

    Tierische Therapeuten sind schon auf einigen Gebieten im Einsatz. Hunde besuchen Gebrechliche in Pflegeheimen oder führen Blinde durch die Welt, Wellensittiche zwitschern gegen die Einsamkeit und Therapiepferde verbessern die Bewegungsmuster behinderter Kinder. Jetzt gibt es sogar Aufgaben für Kaninchen und Minischweine: Ihr Einsatz wurde von einer Forschergruppe der Universität Basel bei der Rehabilitation von Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma getestet – und das mit Erfolg.

    Therapiesitzung mit oder ohne Tier

    19 Patienten mit unterschiedlichen motorischen oder geistigen Einschränkungen bekamen sechs Wochen lang Therapiesitzungen angeboten. Vor der jeweiligen Sitzung entschied das Los, ob ein Tier mit einbezogen wurde oder nicht. So mussten die Patienten beispielsweise einen Hindernislauf aufbauen und diesen entweder mit einem Minischwein oder einem Therapeuten durchqueren. Eine zweite Aufgabe war das Säubern eines Kaninchenkäfigs– entweder in Anwesenheit des samtweichen Bewohners oder ohne. Oder sie schnippelten Gemüse, das anschließend als Salat für Menschen angerichtet oder an ein Meerschweinchen verfüttert wurde.

    Schwein und Kaninchen besser als Mensch

    Während ihrer Tätigkeiten wurden die Patienten beobachtet, und nach der Sitzung über ihre Gefühle befragt. Waren bei der Therapiesitzung Tiere mit im Spiel, kommunizierten die Patienten aktiver und deutlich länger als im Beisein einer menschlichen Begleitung, berichtet die Psychologin Karin Hediger. Kaninchen, Minischwein & Co. brachten „ihre“ Patienten auch dazu, sie zu berühren und nonverbal mit ihnen Kontakt aufzunehmen. Nach der Sitzung gaben die Patienten, die mit Tieren gearbeitet hatten, auch eine Steigerung der positiven Gefühle an.

    Tiere bringen Patienten dazu, sich um sie zu kümmern. Außerdem motivieren sie die Patienten, sich aktiv an therapeutischen Aktivitäten zu beteiligen. Auf diese Weise werden sie zu wichtigen Therapiepartnern und können die Neurorehabilitation von Schädel-Hirn-Patienten erfolgversprechend ergänzen, betont die Psychologin.

    Quelle: Ärzteblatt

    Von: Dr. med. Sonja Kempinski
  • 07.05.2019 um 05:39 Uhr

    Nichts für Kinderohren: Lärm

    Knallfrösche, Handys, sprechende Plüschtiere – Kinder lieben lautes Spielzeug. Doch der Lärm schadet ihren empfindlichen Ohren. Wenn es darum geht, frühe Hörschäden zu vermeiden, ist die Hilfe der Eltern gefragt.

    Hörschäden betreffen schon Erstklässler

    Manche Kinder zeigen schon beim Einschulungstest Hörschäden. Unter Teenagern ist dann jeder Vierte betroffen. Dr. Josef Kahl, Pressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), erklärt warum: „Ohren sind immer auf Empfang, man kann sie nicht wie Augen schließen. Sehr laute Geräusche können die Flimmerhärchen in den Ohren dauerhaft zerstören und zu Schwerhörigkeit führen.“

    Nur zugelassenes Spielzeug kaufen

    Lärmschutz beginnt beim Spielzeugkauf. Für Kinderohren ist geeignet, was in einem Abstand von 50 Zentimetern maximal 125 Dezibel produziert. Doch längst nicht alle Quietscheenten, Spielzeugpistolen oder Trillerpfeifen erfüllen dieses Kriterium. Viele der beliebten Spielereien sind als Scherzartikel zugelassen und unterliegen deshalb weniger strengen Normen. Im Zweifelsfall entscheiden Eltern per Selbsttest. Alles, was ihnen selbst zu laut erscheint, gehört mit Sicherheit nicht in das Kinderzimmer. Doch auch normgerechte Artikel werden zur Gefahr – und zwar immer dann, wenn die Kleinen sie sich beim Spielen direkt ans Ohr halten.

    Leisen Lärm meiden

    Besonders bedenklich sind Trillerpfeifen oder Pistolen, da sie kurze, intensive Lärmimpulse abgeben. Aber auch leiser Lärm aus Stereoanlagen, Handys und Fernsehern birgt Gefahren. Er erzeugt Stress und stört Schlaf sowie Konzentration. Im Umgang mit diesen versteckten Lärmquellen helfen klare Regeln. Statt die Kinder an eine Dauerberieselung beim Lernen oder Einschlafen zu gewöhnen, führen verantwortungsvolle Eltern geregelte Sendezeiten ein. Beim Gerätekauf achten sie auf eine Lautstärkenbegrenzung.

    Quelle: Kinder- und Jugendärzte im Netz

    Von: Susanne Schmid
  • 03.05.2019 um 05:40 Uhr

    Macht Fernsehen dumm?

    Fernsehen ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch hoher TV-Konsum wird immer wieder kritisch beäugt. Zu Recht, denn zu viel Fernsehen schadet dem Gehirn, zumindest gilt das für Menschen über 50 Jahren.

    Je mehr Fernsehen, desto mehr geistiger Abbau

    Wer über 50 Jahren alt ist und täglich mehr als 3,5 Stunden vor dem Fernseher sitzt, riskiert sein sprachliches Gedächtnis. Das ist das ernüchternde Ergebnis einer sechsjährigen britischen Studie mit 3590 Senioren. Untersucht wurde der Zusammenhang von kognitiven Leistungen und Fernsehkonsum. Der schädliche Effekt ist dosisabhängig – je mehr TV-Konsum, desto stärker der Abbau des sprachlichen Gedächtnisses.

    Missverständnisse vorprogrammiert

    Doch das sprachliche Gedächtnis ist enorm wichtig, um sich in unserer heutigen Informationsgesellschaft zurechtzufinden. Wer damit Probleme hat, den erreichen sprachlich vermittelte Botschaften schlechter. In der Folge werden gesprochene Einladungen oder Aussagen schnell missverstanden. Betroffene fahren dann beispielsweisebei der Aufforderung „jetzt rechts abbiegen“ einfach geradeaus weiter, während sie mit einer Skizze den Weg gefunden hätten.

    Neue Form einer Demenz?

    Diese Studienergebnisse sind beunruhigend, da sich möglicherweise eine ganz eigene Krankheitsentität, die TV-bedingte Demenz, entwickelt, betont Professor Peter Berlit, Generalsekretär der DGN.. Schon jetzt liege der durchschnittliche Fernsehkonsum bei etwa 3 Stunden. „Gerade ältere Menschen sollten, um lange geistig fit zu bleiben, von zu viel Fernsehschauen absehen, rät der Experte deshalb.

    Quelle: Pressemeldung der DGN

    Von: Dr. med. Sonja Kempinski
  • 02.05.2019 um 05:45 Uhr

    Was Kinder alles schlucken

    Kleinkinder stecken sich beinahe alles in den Mund. Das ist nicht ganz ungefährlich, denn im schlimmsten Fall drohen Ersticken oder Verletzungen der Speiseröhre. Da ist es gut zu wissen, was die Kleinen sich besonders gerne einverleiben und was man vor ihnen in Sicherheit bringen sollte …

    Es wird immer mehr verschluckt

    Babys und Kinder wollen die Welt entdecken – und deshalb nehmen sie einfach alles in den Mund. Amerikanische Forscher wollten nun wissen, was Kinder (versehentlich) verschlucken. Sie analysierten die Krankengeschichten von gut 759 000 Kindern unter 6 Jahren, die wegen eines verschluckten Fremdkörpers zum Arzt mussten.

    Auffällig ist, dass zwischen 1995 und 2015 immer mehr verschluckt wurde, die Anzahl der Fälle stieg jährlich um etwa 4,4%. Besonders experimentierfreudig waren die 1 – 3-Jährigen. 90% der Kleinen konnten nach der Untersuchung wieder nach Hause entlassen werden, bei den meisten verließ der Fremdkörper den Bauch auf natürlichem Weg.

    Der Penny steht hoch im Kurs

    Interessant war, was sich die Kinder alles einverleibten. Am häufigsten, nämlich in 67% der Fälle, waren es Münzen, wobei der Penny besonders hoch im Kurs stand. Jedes zehnte Kind hatte Spielzeug verschluckt, hier waren Murmeln am beliebtesten. Funkelnder Schmuck scheint auch für die Kleinsten begehrenswert zu sein, immerhin hatten 7% der Kinder dazu gegriffen. Am häufigsten wurden Ohrenringe verspeist.

    Batterien auf dem Vormarsch

    Erschreckend ist der Anstieg an verschluckten Batterien, betonen die Studienautoren. 1995 belief sich ihr Anteil noch auf 0,14% aller verschluckten Fremdkörper, 2015 waren es 8,4%. Besonders beliebt war die Knopfbatterie. Das liegt wahrscheinlich daran, dass batteriebetriebenes Spielzeug und elektronische Geräte in den Kinderzimmern immer häufiger werden. Doch das ist gefährlich: Beim Verschlucken von Batterien drohen Verätzungen der Speiseröhre, die schwerwiegende Folgen nach sich ziehen können.

    Immer wieder Umgebung prüfen!

    Die allermeisten Fremdkörper werden in der häuslichen Umgebung verschluckt. Hier gilt es, den Hebel anzusetzen, so die Autoren. Alles wegräumen, was nur im Entferntesten verlockend wirkt, heißt die Devise. Und immer wieder die Räumlichkeiten – samt Boden – überprüfen und in Sicherheit bringen, worauf die Kleinen besonders aus sind: Münzen, Spielzeugkleinteile, Schmuck und Batterien.

    Quelle: Pediatrics

    Von: Dr. med. Sonja Kempinski
  • 30.04.2019 um 05:45 Uhr

    Frühjahrsputz ohne Niesattacken

    In einem Gramm Staub lauern bis zu 10.000 Hausstaubmilben. Zur Blütezeit mischen sich unzählige Pollen unter die grauen Flusen und verwandeln den Staub in reines Niespulver. So wird der Frühjahrsputz zur wahren Herausforderung für Allergiker.

    Idealer Putzplan für Allergiker

    My home is my castle – gemäß diesem Grundsatz sollten Menschen mit Allergie ihre eigenen vier Wände in einen möglichst allergenfreien Rückzugsort verwandeln. Der ideale Putzplan für einen Allergikerhaushalt sieht tägliches Staubsaugen und mindestens dreimal wöchentliches Bodenwischen vor. Doch ausgerechnet im Kampf gegen Milben und Pollen wirbeln die Betroffenen viel allergieträchtigen Staub auf.

    Ein ungeeigneter Staubsauger wirkt wie eine Pollenschleuder. „Am besten wäre es natürlich, wenn Allergiker das Staubsaugen jemand anderem überlassen könnten“, gesteht Dr. Utta Petzold, Allergologin bei der BARMER. „Gerade auch den Wechsel des Staubsaugerbeutels sollten Hausstauballergiker nicht selbst vornehmen.“ Wichtig sei außerdem, dass die Staubsauger gründlich arbeiten und den aufgenommenen Staub gut zurückhalten. Dieses Kriterium erfüllen Zentralstaubsauger sowie Staubsauger mit Wasser- oder HEPA Filtern (HEPA für High Efficiency Particulate Air). Während dem Saugen tragen Allergiker eine Staubmaske für Mund und Nase.

    Beim Frühjahrsputz auf milde Reinigungsmittel achten

    Zum Abstauben verwenden Allergiegeplagte am besten einen feuchten Lappen. Er nimmt den Staub auf, ohne ihn aufzuwirbeln. Vor allem die Fensterbretter sind regelmäßig von Staub und Pollen zu reinigen. Zum Bodenwischen empfiehlt Dr. Petzold sanfte Reinigungsmittel. Starke Putzmittel würden die ohnehin entzündeten Atemwege der Allergiker zusätzlich reizen. Je nach Bodenbelag genügt ein Schuss Natron oder Essig im Wischwasser oder etwas Spiritus auf einem feuchten Mikrofasertuch. Stark duftende Reinigungsmittel sind tabu. Der Frühjahrsputz endet mit Dusche und Kleiderwechsel. Zusätzlich befreit eine Nasendusche die Nasenschleimhaut von Staub und Pollen.

    Quelle: BARMER

    Von: Susanne Schmid
  • 26.04.2019 um 05:36 Uhr

    Können Smartwatches Leben retten?

    Schlaganfälle sind heimtückisch: Sie können jeden treffen und kündigen sich selten durch vorausgehende Symptome an. Studien zur Folge könnte nun ein kleines Gadget zum Lebensretter werden.

    Vorhofflimmern: bedeutender Risikofaktor

    Die Zahl der jährlichen Schlaganfälle könnte deutlich reduziert werden, wenn Vorhofflimmern früher erkannt und therapiert werden würde. Vorhofflimmern ist nämlich neben Bluthochdruck, Diabetes und einem Alter über 55 Jahren ein wichtiger Risikofaktor für Schlaganfälle. Dabei schlagen die Herzvorhöfe unregelmäßig – sie flimmern. Folglich kommt es zu Herzrasen, ungleichmäßigem Puls und unregelmäßigem Blutfluss. Dabei staut sich das Blut in den Herzvorhöfen und Blutgerinnsel können sich an den Herzwänden oder Herzklappen bilden. Lösen sich diese Gerinnsel, fließen sie mit dem Blutstrom ins Gehirn und verschließen dort Gefäße: Es kommt zum Schlaganfall. In vielen Fällen bleibt Vorhofflimmern unentdeckt, da es meist anfallsartig und vorübergehend auftritt, sodass es im normalen EKG oder 24-Stunden-EKG nicht erscheint.

    Smartwatches arbeiten wie ein „Mini-EKG“

    Smartwatches könnten nun in Sachen Vorhofflimmern-Diagnostik und Schlaganfall-Prophylaxe eine Lösung bieten. Die Pulssensoren neuer Smartwatch-Modelle führen über den Tag hinweg mehrmals einminütige Messungen der Sauerstoffsättigung des Blutes durch. Dabei wird die Lichtreflektion des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin gemessen, das bei sauerstoffreichem Blut hellrot und bei sauerstoffarmem Blut dunkelrot erscheint. Je nach Farbe wird unterschiedlich viel Licht reflektiert und von den Sensoren erfasst. Aus diesen Messungen erstellt die Smartwatch dann ein Photoplethymogramm (PPG) und errechnet damit die Herzfrequenz. Bestimmte Apps, z.B. Preventicus Nightwatch oder Preventicus Heartbeats, werten die PPGs ständig aus und weisen den Smartwatch-Träger auf Unregelmäßigkeiten in der Herzfrequenz hin. Neuere Smartwatch-Modelle haben eine ähnliche Software bereits integriert, die den Träger auf Auffälligkeiten in der Herzfrequenz aufmerksam macht.

    Smartwatches erkennen Vorhofflimmern mit hoher Genauigkeit

    Im Rahmen der WATCHAF Studie wurde die PPG-Analyse der Smartwatches mit mobilen EKGs verglichen. Hierzu werteten die Forscher Daten von 508 Teilnehmern mit einem Durchschnittsalter von 76 Jahren aus. Dabei lieferten die Smartwatches nahezu die gleichen Ergebnisse wie das mobile EKG. Zudem erkannten die PPG-Analysen der Smartwatches Vorhofflimmern mit einer Genauigkeit von 96,1 %. Allerdings lieferten die Smartwatches nur dann gute Ergebnisse, wenn sich die Teilnehmer nicht bewegten. Ob Smartwatches in Zukunft zuverlässig asymptomatisches Vorhofflimmern erkennen und somit viele Schlaganfälle verhindert werden können, muss in zusätzlichen Studien geklärt werden.

    Quelle: Ärzteblatt 

    Von: Christina Winzig
  • 25.04.2019 um 05:30 Uhr

    Cola und Salzstangen bei Durchfall?

    Hausmittel gegen Durchfall und Verstopfung bei Kleinkindern werden oft von Generation zu Generation weitergegeben. Aber was ist dran an diesen Ratschlägen? Kinderarzt Professor Stefan Wirth hat 2 beliebte Tipps unter die Lupe genommen.

    Wasser und Salz auffüllen 

    Bei Durchfall greifen viele Eltern zur altbekannte Cola-Salzstangen-Therapie. Der Gedanke dahinter: Haben Kinder starken Durchfall, verlieren sie große Mengen an Wasser und Elektrolyte, so dass der Körper regelrecht austrocknet. Doch auch wenn Kinder diese Diät gerne annehmen, ist v.a. der Griff zur Cola nur wenig sinnvoll. Einerseits ist der Elektrolytgehalt in Colagetränken sehr niedrig, andererseits verschlechtert der hohe Zuckergehalt den Durchfall häufig noch zusätzlich. Wenn es gar nicht ohne Cola geht, dann nur 1:1 verdünnt, betont Professor Wirth von der Universitätsklinik Wuppertal.

    Weniger problematisch sind die beliebten Salzstangen. Um ausreichend Kochsalz zuzuführen sind bei Kindern allerdings etwa 40 Salzstangen am Tag nötig. Dass die Cola-Salzstangen-Kost vermeintlich oft von Erfolg gekrönt ist, führt der Kinderarzt auf die Widerstandsfähigkeit und Selbstheilungskräfte des Körpers zurück. Er empfiehlt die Cola-Salzstangen-Diät nicht. Eine bessere Alternative sind fertige Produkte aus der Apotheke oder auch 1:1 mit Wasser verdünnter Apfelsaft.

    Trinken gegen Verstopfung?

    Ebenso lästig wie Durchfall und teilweise auch richtig schmerzhaft ist die Verstopfung. Sehr viel Trinken soll dabei Abhilfe schaffen. Dass mehr Flüssigkeit im Darm den Stuhlgang erleichtert, klingt auch erstmal logisch. Auch dieser Rat ist in Studien geprüft worden: Sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern hatte eine zusätzliche Wasserzufuhr von bis zu 2 Litern keinen Effekt auf den Stuhlgang, weder bei verstopften noch bei nicht-verstopften Personen. Lediglich die Nierenfunktion wurde kräftig angekurbelt – viel Wasser produziert nur viel Urin, stellt der Experte klar.

    Quelle: Monatsschrift Kinderheilkunde

    Von: Dr. med. Sonja Kempinski
  • 24.04.2019 um 05:45 Uhr

    Besser Herzdruckmassage als gar nichts

    Die Herz-Kreislauf-Wiederbelebung ist für viele Laien problematisch, weil sie sich vor der Atemspende scheuen. Doch zur Not geht´s auch ohne Atemspende: Die Herzdruckmassage allein schneidet fast so gut ab wie die Standard-Wiederbelebung.

    Deutsche Laien reanimieren selten

    Auch wenn fast alle Erwachsenen es einmal im Erste-Hilfe-Kurs gelernt haben: Die Reanimation beim Herzstillstand, also die Wiederbelebung mit Herzdruckmassage und Beatmung, ist nicht jedermanns Sache. Vor allem die Atemspende empfinden viele Menschen als unangenehm oder unhygienisch, und manche haben auch – unberechtigterweise – Angst vor einer Infektion. Aufgrund dieser Scheu trauen sich viele, die Zeuge eines Herzstillstands werden, gar nicht erst an eine Reanimation heran. Das dürfte auch einer der Hauptgründe sein, warum in Deutschland die Zahl der Laienreanimationen so niedrig ist: Nur 30% der Patienten, die außerhalb einer Klinik einen Herzstillstand erleiden, werden vor Eintreffen einer Ambulanz von einem Laien reanimiert.

    Früher erhielten auch in Schweden nur ca. 40% der Herzstillstandpatienten eine Laienreanimation. Im Jahr 2010 wurden jedoch die Regeln bezüglich der Atemspende 2010 gelockert. Seitdem trauen sich die Schweden häufiger an die Wiederbelebung: Zwei Drittel aller Patienten mit Herzstillstand werden schon vor Eintreffen der Notfallambulanz von Laien reanimiert. Inzwischen wird in Schweden fast jede zweite Laienreanimation ohne Atemspende durchgeführt.

    Zur Not geht´s auch ohne Atemspende

    Ob sich die fehlende Atemspende negativ auf die Überlebenschancen der Reanimierten auswirkt, haben schwedische Forscher jetzt anhand der Daten aller Herzstillstände und Reanimationen aus den Jahren 2000 bis 2017 überprüft. Verglichen wurde dabei die 30-Tages-Überlebenszeiten der Patienten. Wurde bis zum Eintreffen des Notarztes auf die Laienreanimation verzichtet, überlebte nur 7,1% der Patienten den Kreislaufstillstand. Führten die Laien wenigstens eine Herzdruckmassage durch, lag die 30-Tage-Überlebenszeit bei 14,3%. Reanimierten die Helfer bis zum Eintreffen des Notarztes mit Atemspende und Herzdruckmassage, erhöhte sich die Überlebenszeit auf 16,2%, berichten die Autoren Damit hatten die Patienten ohne Atemspende fast die gleichen Überlebenschancen wie die mit kompletter Reanimation.

    Die besten Chancen mit Atemspende plus Herzdruckmassage

    Die besten Chancen haben Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand, wenn sie Atemspende plus Herzdruckmassage erhalten, das steht außer Frage. Die alleinige Herzmassage ist aber auf jeden Fall besser, als komplett auf eine Laienreanimation zu verzichten, schreiben die Autoren. Statt also im Notfall gar nichts zu tun, sollte der Laie zumindest eine Herzdruckmassage vornehmen. Wer die Atemspende beherrscht, sollte sie aber auf jeden Fall durchführen.

    Quelle: DÄB

    Von: Dr. med. Sonja Kempinski
  • 23.04.2019 um 11:40 Uhr

    Warzen – klein, robust, ansteckend

    Über 30 Prozent aller Kinder zwischen vier und zwölf Jahren haben Warzen. Was macht die heimtückischen Hautwucherungen ansteckend und wie beugt man ihnen vor?

    Tatort Schwimmbad

    Warzen entstehen nicht von selbst. Hinter den lästigen Hautwucherungen stecken Viren, die so genannten Papillomaviren. Die Erreger befallen die oberste Hautschicht und lösen dort unkontrollierte, tumorartige Wucherungen hervor. Papillomaviren lauern überall dort, wo es warm und feucht ist, sprich in Schwimmbädern, Saunen aber auch im eigenen Badezimmer. Die Übertragung erfolgt durch Hautkontakt oder indirekt über Fußböden, Duschwannen und Handtücher. Als Eingangspforte in den Körper nutzen die Viren kleine oberflächliche Verletzungen. Besonders gefährdet sind daher Kinder, die an den Fingernägeln kauen oder unter Neurodermitis leiden. Auch die durch das Baden aufgeweichte Haut ist kein Hindernis für die Viren. Das erklärt, warum Badeschuhe in Schwimmbädern, Hotels und Umkleidekabinen ein Muss sind. Ebenfalls empfehlenswert ist es, stehts sein eigenes Handtuch zu verwenden.

    Zupfen, Reiben und Kratzen sind verboten!

    Kinder neigen zu Dellwarzen. Die runden, in der Mitte eingebuchteten Warzen erinnern an kleine Perlen. Sie sind mit einer Flüssigkeit gefüllt, die sich beim Kratzen über den Körper verteilt und für die Ausbreitung des Virus verantwortlich ist. Dr. Ulrich Fegeler, Bundespressesprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte rät: „Um zu vermeiden, dass sich das Virus auch auf anderen Körperstellen ausbreiten kann, sollten Kinder besser nicht an Warzen zupfen, reiben oder kratzen.“

    Warzen richtig behandeln

    „Eltern sollten sich von ihrem Kinder- und Jugendarzt beraten lassen, wenn sie eine Warze entfernen wollen,“ betont Dr. Fegeler. Befinden sich die Warzen im Gesicht oder auf den Genitalien, rät der Experte zu einem Arztbesuch. Das gleiche gilt für Warzen, die schmerzen, bluten, rot verfärbt oder geschwollen sind. Für alle anderen gibt es Tinkturen mit Milch- oder Salicylsäure. Zwei- bis dreimal täglich aufgetragen, lösen sie die Hautwucherung langsam auf. Gesunde Hautareale um die Warze herum lassen sich mit einer Vaselincreme schützen. Vor dem Auftragen der Tinktur gilt es alte, eingetrocknete Schichten zu entfernen. Abgestorbene Warzenteile hingegen müssen verbleiben bis sie von selbst abfallen. Wer ihnen mit Messer oder Feile zu Leibe rückt, riskiert, dass sich die Papillomaviren in die Umgebung ausstreuen. Noch bequemer in der Anwendung als die klassischen Tinkturen sind Vereisungssprays oder ätzende Lösungen zur wöchentlichen Anwendung.

    Von: Susanne Schmid/Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte
  • 20.04.2019 um 05:44 Uhr

    Die richtigen Helfer bei Erektionsstörungen

    Was tun, wenn´s im Bett nicht klappt, weil der Penis seinen Dienst versagt? Er nicht mehr steif genug wird oder die Erektion nicht ausreichend lange anhält? Dieser Albtraum namens „erektile Dysfunktion“ trifft viele Männer, und manche haben sogar schon in jungen Jahren damit zu kämpfen. Doch der Gang zum Arzt fällt häufig schwer, und so manch ein Betroffener möchte deshalb lieber ein Potenzmittel aus dem Internet probieren. Lesen Sie, warum das keine gute Idee ist und wie Ihnen Arzt und Apotheker besser helfen können, das Übel kraftvoll an der Wurzel zu packen.

    Fast jeder Zweite über 70 betroffen

    Viele Männer leiden darunter, wenige reden darüber: 30% der 60-Jährigen und fast die Hälfte der 70-jährigen Männer sind von einer erektilen Dysfunktion betroffen. Doch diese Potenzstörung ist keine geeignete Spielweise für Selbstmedikation. Zum einen sind die meisten der wirkungsvollen Helfer nicht ohne Rezept zu haben und frei erhältliche Potenzmittel im besten Falle wirkungslos, wenn nicht gar schädlich. Zum anderen beruhen Erektionsstörungen in mindestens der Hälfte aller Fälle auf körperliche Ursachen – wichtiges Indiz dafür ist das Ausbleiben der morgendlichen Erektion. Neben Erkrankungen von Prostata, Penis oder Hoden kommen dabei auch Allgemeinerkrankungen in Frage, die abgeklärt und behandelt werden müssen, wie z. B.

    • Bluthochdruck (fast alle Medikamente mindern die Potenz)
    • Arteriosklerose
    • Diabetes
    • Multiple Sklerose, Morbus Parkinson.

    Häufig sind Erektionsstörungen auch auf den Lebensstil zurückzuführen – Übergewicht, Alkohol, Nikotin und chronischer Stress gehören mit zu den Hauptauslösern für Erektionsprobleme. Daneben können aber auch psychische Ursachen wie Depressionen und Partnerschaftskonflikte zu einer erektilen Dysfunktion führen.

    Hinweis: Die erektile Dysfunktion gilt inzwischen als unabhängiger Risikofaktor für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung. Sie ist vor allem bei älteren Männern als Hinweis auf einen drohenden Herzinfarkt oder Schlaganfall zu werten! Wenn Erektionsstörungen akut auftreten, ist deshalb ein Herz-Kreislauf-Check beim Arzt zu empfehlen.

    Helfer Nr. 1: PDE-5-Hemmer

    Doch welche Pfeile hat die Medizin gegen die erektile Dysfunktion im Köcher? Am einfachsten geht´s mit den rezeptpflichtigen PDE-5-Hemmern, im Volksmund auch Potenzpillen genannt. Seit 1998 verhelfen Viagra® & Co. dem Mann zu mehr Standfestigkeit, und 60 – 80 % der Betroffenen, die sie verordnet bekommen, sind mit der Wirkung zufrieden. Doch PDE-5-Hemmer sind nicht für jeden Mann geeignet. Vor allem in Kombination mit bestimmten Herzmedikamenten, den Nitraten, kann es zu gefährlichen Blutdruckabfällen kommen. Nitrate werden als Dauertherapie in Tablettenform (zum Beispiel isoket®retard) bei koronarer Herzkrankheit und als Spray oder Zerbeißkapseln (zum Beispiel Nitrolingual®) für Angina-pectoris-Anfälle (Brustenge) verordnet. Männer, die diese Präparate einnehmen oder auch nur gelegentlich gebrauchen, sollten nicht zu PDE-5-Hemmer greifen. Patienten mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, niedrigem Blutdruck oder ausgeprägter Herzschwäche wird aufgrund der Gefahr der Blutdrucksenkung generell von PDE-5-Hemmern abgeraten.

    Auch das Rundherum muss stimmen

    Wichtig ist auch zu wissen, dass die verschiedenen PDE-5-Hemmer zwar alle am gleichen Hebel ansetzen, aber unterschiedlich schnell und lange wirken. Avanafil (zum Beispiel Spedra®) unterstützt den Penis schon 15 bis 30 Minuten nach Einnahme und wirkt bis zu 6 Stunden. Sildenafil (zum Beispiels Viagra®) und Vardenafil (zum Beispiel Levitra®) wirken etwa 4 – 5 Stunden, Sildenafil wird etwa 1 Stunde vor dem Sex eingenommen, Vardenafil 25 – 60 Minuten davor. Bis zu 36 Stunden lang ist der Penis nach Einnahme von Tadalafil (zum Beispiel Cialis®) bereit, geschluckt wird Tadalafil mindestens 30 Minuten vor dem erwarteten Beischlaf.

    Damit die PDE-5-Hemmer ihre volle Wirkung entfalten können, sollte man vor ihrer Einnahme auf fettreiche Mahlzeiten verzichten. Als mögliche unerwünschte Wirkungen gelten vor allem Kopfschmerzen, Gesichtsrötung und Rückenschmerzen.

    Tipp: PDE-5-Hemmer erzeugen keine Erektion, sondern verstärken und verbessern sie. Egal welches Präparat Sie einnehmen möchten, sorgen Sie auf jeden Fall auch für ein anregendes Setting. Denn ohne sexuelle Stimulation und Erregung verbringen auch PDE-5-Hemmer keine Wunder.

    Pumpen, Spritzen oder Schmieren

    Für Männer, die PDE-5-Hemmer nicht nehmen dürfen, gibt es andere Möglichkeiten:

    • Verschreibungsfrei ist zum Beispiel die Vakuumpumpe. Nach Aufsetzen des Plastikzylinders auf den Penis erzeugt man mit einer Handpumpe einen Unterdruck, der die Schwellkörper anschwellen lässt.
    • Wer keine Angst vor Nadeln hat, ist womöglich mit der (rezeptpflichtigen) Schwellkörper-Autoinjektionstherapie SKAT gut bedient. Dabei spritzt sich der Betroffene (nach Anleitung durch den behandelnden Arzt!) gefäßerweiternde Medikamente in den Schwellkörper. Geeignet dafür ist Alprostadil (zum Beispiel Caverject® oder Viridal®) oder Papaverin/Phentolamin (zum Beispiel Androskat®, in Deutschland zugelassen, aber nicht vertrieben, und erhältlich über die internationale Apotheke gegen Privatrezept). 70 – 90 % der Männer bekommen durch die SKAT eine ausreichende Erektion. Bei manchen währt diese jedoch zu lange und wird gefährlich: Sollte eine schmerzhafte Erektion über 2 Stunden anhalten, muss ein Arzt, am besten ein Urologe, aufgesucht werden. Wird die Dauererektion nicht innerhalb weniger Stunden behandelt, droht die Schädigung der Schwellkörper mit nachfolgender anhaltender Unfähigkeit zur Erektion.
    • Wer die Spritze scheut, kann Alprostadil mit Hilfe eines Stäbchens in die Harnröhre einführen (zum Beispiel als MUSE®). Bei 40 % der Männer wirkt dieses Verfahren, und es kommt innerhalb von etwa 10 Minuten und für die Dauer von bis zu einer Stunde zur Erektion.

    Tipp: Wenn Sie weder in Ihre Schwellkörper spritzen noch etwas in Ihre Harnröhre einführen möchten, fragen Sie Ihren Arzt, ob für Sie Alprostadil als Creme (zum Beispiel Vitaros®) in Frage kommt. Nach Aufbringen der Creme auf die Penisspitze soll das Glied in 5 bis 30 Minuten erigieren und dann etwa 2 Stunden lang einsatzbereit sein.

    Stoßwellen helfen auf die Sprünge

    Ob Vakuumpumpe oder SKAT, die genannten Methoden sind auch wegen ihrer Umständlichkeit nicht besonders beliebt bei Männern. Dem Wunsch nach diskreterer Potenzhilfe kommen die Urologen mit niedrig-energetischen Stoßwellen entgegen: Sie sollen die Durchblutung der Schwellkörper und damit die Erektion verbessern. 4 bis 12 dreißigminütige Sitzungen sind nötig, um dem Penis auf die Sprünge zu helfen. Die Studienlage ist allerdings noch widersprüchlich. So wiesen in einer Studie zwar gut 60% der mit Stoßwellen behandelten Männer einen signifikanten Potenzgewinn auf, nach 2 Jahren jedoch nur noch gut 30%. Besonders schlecht schnitt die Methode bei Diabetikern ab.

    Manneskraft aus der Natur?

    Auch wenn es häufig werbewirksam angepriesen wird: Die Kraft der Natur hilft dem impotenten Mann nicht wirklich weiter. Für bekannte Präparate wie Yohimbe-Rinde, Damiana-Blätter und Damiana-Kraut konnte eine Wirkung bei erektiler Dysfunktion bisher nicht ausreichend belegt werden. Die Einnahme von Yohimbe-Rinde birgt sogar einige Risiken, es drohen Schlafstörungen, Blutdruckerhöhung und Leberschäden. In homöopathischer Dosierung sind die genannten Substanzen zwar ungefährlich, eine aufrichtende Wirkung wurde mit ihnen bisher jedoch ebenfalls nicht nachgewiesen, auch wenn die Produkte oft zur Behandlung „sexueller Schwäche“ beworben werden.

    Als potenzsteigernd geistert auch die Aminosäure Arginin durch die Medien. Arginin ist wichtig für die Bildung von Stickstoffmonoxid, das eine bedeutende Rolle bei der Erweiterung von Gefäßen spielt. Eine Nahrungsergänzung mit Arginin ist nur sinnvoll, wenn tatsächlich ein Mangel im Blut vorliegt. Ob die Substitution dann auch zu einer Verbesserung der Erektion führt, wird widersprüchlich beurteilt. Abzuraten ist in jedem Fall von Arginin-Produkten, wenn der Betroffene Blutverdünner einnimmt, einen Herzinfarkt hatte oder Nitrate als Herzmedikament braucht.

    Hinweis: Vertrauen Sie im Falle einer erektilen Dysfunktion keinen dubiosen Quellen im Internet, sondern suchen Sie Rat bei Ihrem Apotheker oder Ihrem Arzt. Die online angepriesenen Mittel sind meist wirkungslos, manche sogar schädlich: Beispielsweise enthalten die häufig beworbenen „Potenzgele“ oft Nitrate, die bei Herzkranken oder in Verbindung mit PDE-5-Hemmern zu einem gefährlichen Blutdruckabfall führen können.

    Training für den Penis

    Last, but not least lässt sich ein Penis auch mit Sport trainieren und damit einer erektilen Dysfunktion vorbeugen. Am besten geeignet sind Steppen, Beinpresse und das Training auf dem Liegefahrrad, aber auch gezieltes Beckenbodentraining tut der Durchblutung der Schwellkörper gut. Wer zudem auf sein Gewicht achtet, für ausreichenden Schlaf sorgt und Rauchen sowie Alkoholkonsum einschränkt, schafft auf Dauer die besten Bedingungen für befriedigende Erektionen.

    Quellen: Ralf Schlenger, Selbst ist der Mann, DAZ 27, Seite 30, 2018 und Von Spray bis Schockwellen, DAZ 39, Seite 46, 2018

    Von: Dr. med. Sonja Kempinski

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